Schreinsbücher (Best. 101) Laufzeit: 1220-1798 Bestand (554 Verzeichnungseinheiten, 92596 Einträge)

Die Schreinsbücher enthalten in Fortsetzung der Schreinskarten (siehe Best. 100) vor allem Eintragungen über Rechtsgeschäfte und Immobilien und werden damit eine Art von Grundbuch. Allerdings ist weder sämtlicher Grundbesitz in Köln den Schreinen unterworfen gewesen, noch hat sich in den Büchern ein eindeutiges System nach Real oder Personalfolien herausgebildet. Die Führung der Vorläufer der Schreinsbücher, der Schreinskarten, gehörte zu den wichtigsten Tätigkeiten der Sondergemeinden des 12. Jahrhunderts (daraus die Schreine Martin, Brigiden, Alban, Laurenz, Peter, Columba, Aposteln, Niederich, Airsbach). Nach ihrem Vorbild haben grundherrliche Gerichte Sondergemeinden mit Schreinstätigkeit entwickelt (Christoph, Weyerstraße, Severin) oder auch nur die Schreinsführung übernommen (Gereon, Eigelstein, Hacht: alles Gerichte des Erbvogts). Ebenso eröffnete das gesamtstädtische Schöffenkollegium einen Schrein (Scabinorum oder Schöffen). Drei Genossenschaften übernahmen das Schreinswesen zum Zwecke der Vermögensverwaltung (Unterlan, Dilles, Mühlenschrein) und schließlich hat auch die städtische Mittwochs-Rentkammer zur Verwaltung des städtischen Vermögens einen eigenen Schrein errichtet. Nachdem 1396 den altstädtischen Sondergemeinden ihre Gerichtsfunktionen zugunsten der Gerichte des Rates entzogen wurden, war die Schreinsführung ihr einziges Aufgabengebiet.
Die Schreinsbücher wurden an den jeweiligen Sitzen der Schreine verwahrt und haben deshalb ein unterschiedliches Schicksal gehabt. 1798 wurden die Schreinssachen dem Zivilgericht überwiesen, aber erst seit 1806 tatsächlich von diesem in eigenen Gewahrsam übernommen. Das preußische Landgericht hat sie dann 1877 an das Stadtarchiv abgegeben. Weniger als 10% des heutigen Bestandes stammen aus anderen Quellen, d.h. aus Privatsammlungen oder aus dem Staatsarchiv Düsseldorf (letztere wurden 1906 überwiesen).

Umfang:
535 Bücher in 555 Bänden
Abg-Stelle:
Schreine und Sondergemeinden