Burauen, Theo (Best. 1320) Laufzeit: 1918-1987 Bestand (1010 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

Burauen, Theo, 1906-1987, Kaufmännischer Angestellter, Fraktionsvorsitzender der SPD, Oberbürgermeister von Köln 1956-1973; Enthält u.a.: Persönliche Papiere, Glückwünsche; Unterlagen als Mitglied des Stadtrats Köln, Aufwandsentschädigung (1956-1972); Wahlkämpfe und Wahlreden, Wahlaufrufe, -plakate (1946-1974); Internationale Kontakte, Reisen, Städtefreundschaften (1952-1973); Mitgliedschaften in Kuratorien, Vereinen, Aufsichtsräten; Korrespondenz, u. a. mit Bundespräsident Theodor Heuss (1957-1963), mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern (1969-1986), Teddy Kollek, Jerusalem (1976-1980); Einladungen; Sitzungsprotokolle des Kölner Arbeiter- und Soldatenrates (1918-1919); Unterlagen zum Wiederaufbau und zur Stadtplanung (1946-1970); Lieder, Texte in Kölscher Mundart; Zeitungen, Zeitschriften, Zeitungsausschnitte (1895, 1911, 1917-1918, 1928-1982); Fotos.

1. Übernahme des Nachlasses
Der Nachlaß des Oberbürgermeisters und Ehrenbürgers der Stadt
Köln Theo Burauen (1906 - 1987) kam in acht größeren und vielen
kleinen Ablieferungen ins Archiv.
Die Zugänge von Januar 1974 - April 1984, die zunächst im Zugangsverzeichnis
für städtische Archivalien unter Acc. 327
(Jan. 1974), Acc. 398 (März 1976), Acc. 585 (Mai 1981), Acc.
633 (Mai 1982) und Acc. 757 (Nov. 1983 u. April 1984) eingetragen
waren, wurden im September 1984 zusammen mit einer weiteren
Ablieferung im Zugangsbuch für nicht städtische Archivalien
accessioniert (acc. 1295/84), handelt es sich doch bei
den Unterlagen größtenteils um private Papiere Burauens und nur
zu einem kleinen Teil um Akten städtischer Provenienz.
Der Nachlaß erhielt nun die Bestandsnummer 1320. Weitere kleine,
oft wöchentliche Schriftgutabgaben folgten. Von Juni bis
September 198 6 übernahm das Archiv schließlich noch eine umfangreiche
Sammlung von Ehrenurkunden, Orden und Medaillen.

2. Ordnung und Verzeichnung
Als im August 1986 mit der Zusammenstellung einer Ausstellung
zum 80. Geburtstag von Theo Burauen begonnen wurde, war der
Nachlaß völlig ungeordnet. Für die Auswahl geeigneter Schriftstücke
mußten die vielen losen Papiere Blatt für Blatt gesichtet
werden. Dieser Aufgabe unterzog sich ein Anwärter des gehobenen
Archivdienstes, Herr Rainer Berlinghof, der im August /
Sept. 1986 ein Großteil der Unterlagen nach Betreff vorsortierte
.
Nach Beendigung der Ausstellung am 21.11.1986 blieb der Bestand
teils vor -, teils ungeordnet liegen.
Im September 1993 führte Frau Sabine Hübner die Ordnungsarbeiten
im Rahmen eines Praktikums fort. Sie formierte die bereits
vorgeordneten Papiere zu 387 Einheiten und erschloß sie durch
Titelaufnahmen.
Nach erneuter Unterbrechung setzte die Unterzeichnete die Verzeichnungsarbeiten
im Juli 1994 fort und schloß sie zwei Monate
später ab. Die Korrespondenzen liegen nur vereinzelt in alphabetischen,
oft sich überschneidenden chronologischen Serien vor
und sind inhaltlich nicht erschlossen.
Schriftstücke städtischer Provenienz aus Burauens Tätigkeit als
Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Köln sind im Nachlaß
belassen, Bücher, Zeitschriften, Druckschriften mit Ausnahme
der Widmungsexemplare in die Dienstbücherei des Archivs bzw. in
die Zeitgeschichtliche Sammlung aufgenommen worden.
Der Schwerpunkt der Überlieferung liegt in der Zeit von 1973 -
1985.
Der geordnete Bestand umfaßt 58 Kartons. Noch ungeordnet ist
die umfangreiche Fotosammlung, die in 13 Kartons lagert.
3. BenutzungsbeStimmungen
Für die Benutzung des Nachlasses zu Studienzwecken bestehen
keine Beschränkungen.
Der Benutzer ist jedoch verpflichtet, die Rechte Dritter,
insbesondere Urheber - und Persönlichkeitsrechte, zu beachten.

Köln, im April 1997

II. Lebenslauf von Theo Burauen
19.Okt.190 6 in Köln geboren als erster Sohn des
Schriftsetzers Theodor Burauen und
seiner Frau Maria geb. Galliat
1913 - 1921 Besuch der kath. Volksschule in Köln,
Rechtschule
1.4.1921 - 31.3.1924 Kaufmännische Lehre bei P.J. Bex, Köln
(Niederlassung der Aachener
Schokoladenfabrik "Trumpf")
1.4.1924 - 31.3.1926 Kontorist bei der gen. Firma Bex
1925 Eintritt in den Wehrverband zur
Verteidigung der Weimarer Republik
"Reichsbanner Schwarz - Rot - Gold"
1.4.1926 - 31.8.1926 erwerbslos
1.9.1926 - 30.9.1927 Kontorist bei der Rhein.
Großbuchhandlung H. Nagelschmidt, Köln
19.10.1926 Eintritt in die Sozialdemokratische
Partei Deutschlands
7.11.1927 - 31.5.1928 Kontorist bei der Rhein. - Berg.
Konsumgenossenschaft "Hoffnung", Köln -
Kalk
18.6.1928 - 30.4.1933 Lohnbuchhalter und Expeditionsleiter
bei der Mittelrheinischen Druckerei und
Verlagsanstalt, Verlag der Rheinischen
Zeitung, Köln
1.5.1933 - 8.5.1936 erwerbslos bzw. Gelegenheitsarbeiter
Okt. 1933 - 26.2.1936 tageweise Tabakwarenverkäufer beim
Kölner Männer - Gesang - Verein
9.5.1936 - 28.9.1936 Verkäufer auf einem Dampfer der Köln -
Düsseldorfer für die Fa.
Rheinbuchhandel
1.10.1936 - 31.12.1937 Kontokorrentbuchhalter beim Verlag Dr.
Otto Schmidt, Köln
1.1.1938 - 17.6.1940 Buchhalter, später Geschäftsleiter der
Fa. Hans Frings, Köln - Lindenthal,
Fabrik für technische Steuerungsgeräte
19.6.1940 - 18.6.1945 Militärdienst
19.6.1945
1.8.1945 - 18.6.1946
27.3.1946
1946 - 1948
13.10.1946
1948 - 1956
1948 - 1955
4.3.1954
1956 - 1964
9.11.1956
31.1.1968
11.6.1969
13.12.1973
20.12.1973
26.1.1974
Rückkehr nach Köln, Wohnung: Brüsseler
Str. 68
Verwaltungsangestellter im Ernährungsamt
der Stadt Köln
Vorsitzender des Ortsausschusses Köln -
Mitte
Sekretär der SPD - Fraktion der
Stadtvertretung der Stadt Köln
Direktwahl in den Rat der Stadt Köln
Vorsitzender der SPD - Ratsfraktion
Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt
Wahl zum Bürgermeister
Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt,
Bezirksausschuß Mittelrhein
Wahl zum Oberbürgermeister und jeweils
erneut nach den Kommunalwahlen 1961,
1964 u. 1969
Flugzeugabsturz in Ruanda mit starken
bleibenden Beinverletzungen
Ehrenbürger der Universität zu Köln
Freiwillige Niederlegung des
Ratsmandats nach 27jähriger
Ratsmitgliedschaft und 17jähriger
Oberbürgermeisterschaft
Ehrenbürger der Stadt Köln
Ehrendoktor der Rechtswiss. Fakultät
der Universität zu Köln
28.10.1987 in Köln gestorben

Umfang:
70 Kartons, ca. 20 Fotoalben