Groote, Eberhard von (Best. 1552) Laufzeit: 1808-1862 Bestand (0 Verzeichnungseinheiten, 1 Einträge)

Groote, Eberhard von, 1789-1864, Germanist, Schriftsteller, Präsident der Armenverwaltung Köln, Mitglied des Stadtrats, Vorsitzender des Kölnischen Kunstvereins, Abgeordneter des Rheinischen Provinziallandtags; Enthält u.a.: Tagebücher (1815-1824), Briefe von Germanisten (Reinhold Bechstein, Georg Friedrich Benecke, Friedrich Wilhelm Carové, Bernhard Joseph Docen, Karl Ludwig Friedrich Goedecke, Friedrich Heinrich von der Hagen, Franz Pfeiffer, Oskar Schade), von Historikern (Johann Friedrich Böhmer, Karl Georg Jacob, Friedrich Johann Heinrich Schlosser, Nikolaus Vogt), von Theologen und Philosophen (Jakob Hamm, Ludwig Brouhon, Simon Peter Ernst, Johann Casper Mörikofer, Jakob Nußbaum, Friedrich Schleiermacher, Franz Joseph Seber, Friedrich August Graf von Spiegel, Johann Peter Weitz), Schriftstellern (August Hoffmann von Fallersleben, Joseph Görres, Charles Louis van Keverberg, August Wilhelm Schlegel, Karl Simrock, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg), von Bibliothekaren/Archivaren (Johan Arnold Joseph Imhoff, Franz Ferdinand Pape), von Künstlern, Kunstliebhabern und -sammlern (Sulpiz Boisserée, August Franz von Haxthausen, Gerhard Kunibert -Fochem, Joseph van Laßberg, Ernst Thelott), Verlegern und Buchhändlern (Cotta, DuMont Schauberg, Pfählersche Buchhandlung, Heidelberg, L. Schellenberg), sonstige Briefwechsel mit Familienmitgliedern u.a. mit dem Vater Anton Hermann und dem Bruder Joseph von G.), mit Politikern (Peter Christian Wilhelm Beuth) und mit Militärpersonen (Franz Wilhelm Barfuß, August von Netz); Abschriften von Briefen aus fremdem Besitz von S. Boisserée, -Joseph Görres, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg; Manuskripte von Liedern und Gedichten, Fastnachtsspielen, Satiren, Universitätsdenkschriften, von germanistischen Notizen, zu unveröffentlichten Werken, Besprechungen.

Übernahme, Ordnung und Verzeichnung, Benutzung

Die Unterlagen aus dem Nachlaß Eberhard von Grootes wurden in den Jahren 1981-1988 vom Historischen Archiv bei Auktionen der Firma Stargardt erworben (acc. 1075/81; 1104/82; 1420/85; 1465/86; 1714/88). Sie befanden sich ursprünglich im von Groote'schen Familienarchiv auf der Burg Kendenich, wo sie in den 30er Jahren entwendet wurden. Der Bestand erhielt die Nr. 1552 (früher Best. 1042a) und wurde durch einige bereits im Besitz des Archivs befindliche Briefe (aus Best. 1005) und Akten ergänzt. Nicht alle in den 80er Jahren im Handel auf-getauchten Stücke aus dem Nachlaß Eberhard von Grootes konnten für das Archiv erworben werden (vgl. die Zusammenstellung der Auktionsangebote in den Akten). Die familiäre Korrespondenz wurde von der Familie zurückerworben. Einzelstücke gingen an andere Institute. Weitere Materialien aus dem Nachlaß Eberhard von Grootes kamen mit dem Nachlaß von Peter Paul Trippen in die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Sie wurden 1996 als Depositum dem Archiv übergeben (Best. 1553). Im eigentlichen Familienarchiv von Groote, das sich als Depositum ebenfalls im Historischen Archiv befindet (Best. 1042), sind von Eberhard von Groote Vorlesungsmitschriften vorhanden. Rechtlich zum Familienarchiv gehören auch einige von der Familie bei den Auktionen erworbene und dem Archiv übergebene Briefe an Eberhard von Groote. Sie wurden ebenfalls im Familienarchiv von Groote (Bestand 1042) abgelegt, sind aber zugleich als Anhang in diesem Findbuch aufgeführt. Der Bestand 1552 umfaßt zwei Archivkartons.

Die Benutzung ist frei.

Köln, den 6. November 1996

Lebensabriß Eberhard von Groote

1789 März 19 Geb. in Köln. Sohn des Oberpostmeisters
Eberhard Anton Hermann von Groote und
der Marie Henriette von Becker.
Bis 1802-1807 Privatunterricht durch den Geistlichen
Hermann Josef Heinen und Besuch der hö-
heren Sekundärschule in Köln.
1807-1809 Juristische Privatvorlesungen bei Prof.
Jakob Hamm.
1809-1811 Studium in Heidelberg: Jura, daneben Alter-
tumskunde, Geschichte und Philosophie.
1813 Ideale (Aufsatz), in: Rheinisches Archiv für
Geschichte und Litteratur, hrsg. v. N. Vogt
und J. Weitzel, Bd. 11 Heft 5, Wiesbaden
1813, S. 10-36.
1814 Meldet er sich als Freiwilliger für den Be-
freiungskampf, kommt jedoch erst 1815 unter
Generalleutnant Thielmann zum Einsatz.
1815 Leitet nach der Einnahme von Paris von Juli
bis Oktober in Paris die Rückführung der ge-
raubten Kunstgegenstände ein.
1815 Taschenbuch für Freunde altdeutscher Zeit
und Kunst auf das Jahr 1816. Mit Kupfern,
[hrsg. von E. v. Groote und Friedr. Wilh.
Carové], Köln [1815].
1816 (Faust's) Versöhnung mit dem Leben. Meinen
Jugendfreunden zum Andenken gewidmet, Köln
1816.
1814-1818 Zusammen mit Wallraf und Cassel Bemühungen
um die Wiedererrichtung der Universität in
Köln.
1816-1827 Assessor bei der königlichen Regierung in
Köln.
1818 Vermählung mit Maria Franziska von Kempis.
1821 Tristan von Meister Gotfrit von Straszburg
mit der Fortsetzung des Meisters Ulrich von
Turheim in zwey Abtheilungen (nebst einem
Steindruck), Berlin 1821.
1822/1823 Veröffentlichung von Gedichten in: Rhei-
nisch-westfälischer Musenalmanach auf das
Jahr 1822 hrsg. v. Fr. Raßmann (darin u. a.
Sängers Scheiden (auf Schenkendorfs Tod) und
Der Dombaumeister zu Köln); Musenalmanach
aus Rheinland und Westphalen 1823, hrsg. Fr.
Raßmann (darin u. a. Der neue Domkrahn zu
Köln).
1824 Die Sündfluth (Oratorium), Vollständiger
Clavierauszug vom Componisten Fr[iedrich]
Schneider, Bonn 1824 (aufgeführt 6. Juni
1824 im Gürzenich).
1824 Die Wegnahme der durch die Franzosen geraub-
ten Kunstschätze in Paris 1815. Aus dem Ta-
gebuch eines Preuß. Freiwilligen, in: Agrip-
pina Nr. 25 bis 37, Köln 1824
1826-1845 Abgeordneter auf dem Rheinischen Provinzial-
landtag, ab 1843 Vize-Landtagsmarschall.
1827-1851 Leiter der Armenverwaltung in Köln.
1831-1851 Mitglied des Stadtrates.
1834 Des Meisters Gotfrit Hagen, der Zeit Stadt-
schreibers, Reimchronik der Stadt Cöln aus
dem dreizehnten Jahrhundert. Mit Anmerkungen
und Wörterbuch, Köln 1834
1834 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Univer-
sität Bonn.
1835 Das Waisenhaus zu Köln am Rheine zum besten
der Anstalt dargestellt, Köln 1835.
1839-1849 Vorsitzender des Kölnischen Kunstvereins,
Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Dom-
bauvereins (1842-1855).
1852 Lieder Muskablut's. Erster Druck, Köln 1852
(1853)
1855 Des Stadt-Secretarius Cristianus Wierstraat
Reimchronik der Stadt Neuss zur Zeit der Be-
lagerung durch Karl den Kühnen, Herzog von
Burgund. Nach dem Originaldruck von 1497 mit
Anmerkungen und Wörterbuch, Köln 1855.
1860 Die Pilgerfahrt des Ritters Arnold von Harff
von Cöln durch Italien... wie er sie in den
Jahren 1496 bis 1499 vollendet, beschrieben
und durch Zeichnungen erläutert hat. Nach
den ältesten Handschriften und mit deren 47
Bildern in Holzschnitt, Köln 1860.
1864 April 15 Gest. in Köln

Literatur: (Auswahl) Adolf Giesen: Eberhard von Groote. Ein Beitrag zur Geschichte der Romantik am Rhein, Gladbach-Rheydt 1929 (dort die ältere Literatur). Vgl. bes. Leonard Ennen: Zeitbilder aus der neueren Geschichte der Stadt Köln mit be-sonderer Rücksicht auf Ferdinand Franz Wallraf, Köln 1857, bes. S. 245 ff. 254; Raimund Pissin: Almanache der Romantik (Veröff. der dt. bibliographischen Gesellschaft 7 = Bibliogr. Reperto-rium 5), Berlin 1910, Sp. 223-242; August Klein: Die Bemühungen Kölns um die Wiedererrichtung seiner Universität (1798-1818), in: Festschrift zur Erinnerung an die Gründung der alten Uni-versität Köln im Jahre 1388 hrsg. von Hubert Graven, Köln 1938, S. 329-383; ders: Werner von Haxthausen (1780-1842) und sein Freundeskreis am Rhein, in AHVNrh 155/56 (1954), S. 160-183; ders.: Die Personalpolitik der Hohenzollernmonarchie bei der Regierung Köln (Veröff. des hist. Vereins für den Niederrhein 10), Düsseldorf 1967, passim bes. S. 23-30; Max Braubach: Ver-schleppung und Rückführung rheinischer Kunst- und Literatur-denkmale 1794 bis 1815/16, in: AHVNrh 176 (1974), S. 93-153; Annemie Dietze: Prolegomena zu einer historischkritischen und kommentierten Briefedition am Beispiel des von Groote'schen Briefwechsels, Hausarbeit zur ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien, [Universität Wuppertal] 1976 (Exemplar im Hist. Archiv der Stadt Köln vorh.); Christian Renger: Die Grün-dung und Einrichtung der Universität Bonn und die Berufungs-politik des Kultusministers Altenstein (Academica Bonnensia Bd. 7), Bonn 1982 passim, bes. S. 30-33, 47-50; Klaus Pabst: Der Kölner Universitätsgedanke zwischen französischer Revolution und preußischer Reaktion (1794-1818), in: Kölner Universitäts-geschichte Bd. 2: Das 19. und 20. Jahrhundert von B. Heimbüchel /K. Pabst, Köln 1988, S. 5-99; Gunter Quarg: Ein Gutachten Eberhard von Grootes zur Frage der Wiederbegründung der Kölner Universität nach 1814, in : JbKGV 60 (1989), S. 255-239.

Umfang:
2 Kartons; 0,60 m; 68 Akten

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