Hoff, August (Best. 1408) Laufzeit: 1920-1970 Bestand (0 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

Hoff, August, 1892-1971, Leiter des Kunstmuseums in Duisburg (1924-1933), Dozent an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (1929-1932), Direktor der Kölner Werkschulen (1945-1957); Enthält u.a.: Künstlerischer Beirat der Vereinigten Werkstätten für Glasmalerei und Mosaik Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff, Berlin-Treptow, Vereinigte Süddeutsche Werkstätten, München (1914-1925); Leitung des Kunstmuseums Duisburg: Reaktionen von Künstlern auf seine Entlassung im Jahre 1933; Werbetätigkeit für die Firma Wilhelm Derix, Werkstätten für Glasmalerei und Mosaik, Kevelaer (1938-1951), Tätigkeit für den Deutschen Verein für Kunstwissenschaft in Berlin (1942-1946), Leitung der Kölner Werkschulen (1945-1953); Manuskripte, Kataloge, Gutachtertätigkeit, Bescheinigungen, Empfehlungen, Zeugnisse für verschiedene Künstler (1943-1968); Tätigkeiten in Vereinen, Arbeitskreisen, Gesellschaften: Arbeitsgemeinschaft der Werkkunstschulen (1958-1965), Arbeitskreis für industrielle Formgebung (1953-1961), Deutsche Gesellschaft für Christliche Kunst e.V. München (1956-/1970), Deutscher Kunstrat e.V. (1954-1964), Deutscher Werkbund (1935), Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen - Gedok (1964-1965); Henry van de Velde-Gesellschaft: Schriftwechsel mit Mitgliedern, Protokolle (1959-1970), Rat für Formgebung, Darmstadt (1957-1959), Verein Freunde der Kölner Werkschule e.V. (1957-1968); Korrespondenz; Unterlagen zu Leben und Werk von Künstlern; Vorträge, Aufsätze, Schriften von Künstlern und Kunsthistorikern; Zeitungsausschnitte, Rezensionen, Kritiken; Fotos zur Person und Familie


I. Einleitung
1. Übernahme des Nachlasses
Durch Vermittlung von Herrn Bernd Ernsting fand im September
1988 ein erstes Gespräch statt zwischen dem Leiter des Historischen
Archivs der Stadt Köln und Herrn Hannes Hoff bezüglich
einer Übergabe der nachgelassenen Papiere seines Vaters August
Hoff (1892-1971), des ehemaligen Direktors der Kölner Werkschulen.
Nachdem man sich über die Bedingungen für die Erschließung
der Archivalien geeinigt hatte, wurde der Nachlaß am 16. Januar
1990 vom Archiv übernommen und unter Nr. 1850 accessioniert. Er
erhielt die Bestandsnummer 1408.
Über die dauernde Aufbewahrung im Archiv wurde mit den Leihgebern
eine schriftliche Vereinbarung getroffen (vgl. 417201-2,
Bestand 1408) .
2. Ordnung und Verzeichnung
Bei ihrer Übernahme befanden sich die Archivalien teils in
Stehordnern, Schnellheftern, Mappen oder lagen - wie die
meisten Fotos - lose in Kartons.
Die vielen einzelnen Briefe wurden alphabetisch nach Korrespondenzpartnern
und innerhalb des Alphabets chronologisch geordnet.
Schreiben von Personen, die eine Institution vertreten,
sind unter dem Institutsnamen und, sofern diese an einen Ort
gebunden ist, unter dem Ortsnamen abgelegt.
Die Zahl der eingehenden Briefe überwiegt. Antwortkonzepte bzw.
Durchschläge der Antworten Hoffs finden sich unter dem Namen
des jeweiligen Empfängers.
Ungefähr ein Drittel der allgemeinen Korrespondenz stammt aus
der Zeit vor 1945. Einem Brief Hoffs an Rechtsanwalt Joh.
Geller vom 9.7.1950 (vgl. Akte 121) ist zu entnehmen, daß bei
einer Hausdurchsuchung im Jahre 1938 sechs Ordner mit Korrespondenz
von der Gestapo beschlagnahmt wurden.
Einige Briefe waren mit Anlagen angereichert. Sie wurden mit
Ausnahme der Fotos dort belassen. Da diese die Korrespondenz zu
sehr aufgebläht hätten und ohnehin der größte Teil den Briefen
nicht mehr zuzuordnen war, bilden sie eine eigene Serie.
Aufgrund der Vereinbarungen mit den Leihgebern, die auf eine
eingehende Erschließung der Schriftstücke Wert legten, erfolgte
die Verzeichnung der Briefe nach Korrespondenzpartner, Datum
und Hauptbetreff.
Für jeden Brief der allgemeinen Korrespondenz wurde eine
Karteikarte mit folgenden Angaben angelegt:
Name des Absenders, Datum des Schriftstücks, Ort der Ausfertigung,
Wiedergabe des Inhalts, Namen der genannten Personen und
Stückbeschreibung.
Bedingt durch die Vielzahl der behandelten Themen geht die
Beschreibung des Briefinhalts oft weit über den Hauptbetreff
hinaus. Für Korrespondenzen, die sich auf ein einziges Thema
beschränken, wurden Sammelregesten angefertigt.
Grundsätzlich sind alle in den Briefen vorkommenden Namen aufgeführt
mit Ausnahme der Familienmitglieder, die meist nur im
Zusammenhang mit Grüßen und guten Wünschen genannt werden.
Der Nachlaß enthält neben Familienfotos umfangreiches Bildmaterial
vor allem zur christlichen Kunst und zum Kunsthandwerk des
2 0. Jahrhundert s.
Ein Teil der Bilder war bestimmt für die von Hoff geplanten,
aber nicht abgeschlossenen Werke "Neues Kunsthandwerk in
Deutschland" und "Werkkunstschulen, ihre Geschichte und ihre
Aufgabe".
Da die Masse der Bilder lose und ohne erkennbare Ordnung in
Kartons lag und nur ein kleiner Teil sich noch als Anlage bei
den Briefen befand, konnten Fotos und Schreiben nur in seltenen
Fällen miteinander verzahnt werden.
Ein Großteil der Fotos ließ sich mit Hilfe von Beschriftungen
auf der Rückseite identifizieren.
Die Angaben beschränken sich in der Regel auf den Namen des
Künstlers und den Werktitel. Vermerke zur Werkdatierung sind
selten. Auf Formatangabe wurde verzichtet.
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Die Namen der Fotografen wurden in einer gesonderten Liste
erfaßt. Sie ist in der Registratur des Historischen Archivs
unter dem Aktenzeichen 412101-2 (Best. 1408) greifbar.
Die Identifizierung der nicht beschrifteten Bilder erwies sich
als sehr arbeitsaufwendig und zeitraubend.
In vielen Fällen gelang es, die Fotos mit Hilfe der vorliegenden
Archivalien und der Literatur zu bestimmen.
Vor allem die Zeitschriften "Die Christliche Kunst" und "Das
Münster", in denen Hoff viele Aufsätze veröffentlicht hat,
waren dabei von großem Nutzen.
Einige Bilder ließen sich anhand des Fotoarchivs von Walter
Dick identifizieren.
Von den ca. 2400 Fotos von 280 verschiedenen Künstlern konnten
ungefähr 4/5 identifiziert werden.
Bilder von Kunstwerken, bei denen der Künstler sich nicht feststellen
ließ, sind den einzelnen Kunstgattungen zugeordnet worden.
Hoffs Sammlung von über 1800 Diapositiven über Gegenstände der
Architektur, Malerei, Bildhauerei und des Kunstgewerbes
befindet sich seit 1965 im Rheinischen Bildarchiv.
Neben der Fotosammlung enthält der Nachlaß eine umfangreiche
zweibändige Zeitungsausschnittsammlung, die chronologisch
geordnet ist. Weitere im Bestand vorgefundene lose Zeitungsausschnitte
wurden des schnelleren Zugriffs wegen thematisch
abgelegt.
Hand in Hand mit der Verzeichnung wurden die wichtigsten konservatorischen
Maßnahmen, d.h. die Umbettung und Entmetallisierung
der Schriftstücke, vorgenommen. Akten, die sich in
Stehordnern bzw. in Schnellheftern befunden hatten, wurden in
die im Archiv gebräuchlichen Aktendeckel eingeheftet und damit
fest formiert. Das nicht gelochte Schriftgut wurde in
Aktenmappen eingelegt. Die bei der Ordnung entstandenen
Einheiten erhielten eine laufende Nummer.
Für die sachliche Ordnung des Nachlasses boten sich die verschiedenen
Tätigkeitsbereiche Hoffs an. Für die übrigen Unterlagen
wurden vom Inhalt her Gruppen gebildet.
Nach Abschluß der Ordnungsarbeiten umfaßt der Bestand 6
Archivkartons mit Schriftgut, 4 Archivkartons und 5 großformatige
Mappen mit Fotos, 2 große Bände mit Zeitungsausschnitten
und 1 kleinen Karteikasten.
3. Benutzung
Für die Benutzung des Nachlasses zu Studienzwecken ist in jedem
Einzelfall die Genehmigung der Leihgeber einzuholen von:
Herrn Hannes Hoff, Tiergartenstr. 23, 51145 Köln bzw.
Frau Gertraude Hoff-Mommer, T-iloitcrotr. 14, 50250 Pulheim.
Nach dem Ableben der Leihgeber ist der Nachlaß für die allgemeine
Benutzung frei zugänglich.
Köln, im Dezember 1998


II. Lebenslauf August Hoffs
August Hoff wurde am 16. September 18 92 in Forbach in
Lothringen geboren. Seine Jugend und Schulzeit verbrachte er in
Krefeld, wo sein Vater städtischer Forsthüter war. Dort machte
er 1912 an der Oberrealschule sein Abitur.
Von 1912 bis 1915 und von 1918 bis 1921 studierte er in Bonn
zuerst Naturwissenschaften und dann Kunstgeschichte. 1921
beendete er sein Studium mit der Promotion zum Doktor der
Philosophie.
Von Februar 1915 bis Dezember 1918 war er Soldat, zuletzt
Sanitätsfeldwebel.
Hoff wuchs bereits als Student in seinen späteren Aufgabenbereich
hinein.
1920 veranstaltete er die erste Ausstellung neuerer christlicher
Kunst im Obernier-Museum in Bonn und hielt Vorträge in
Museen und Museumsvereinen.
Im gleichen Jahr organisierte er eine Thorn Prikker-Ausstellung
im Kölnischen Kunstverein und im Herbst 1921 eine solche in
Rotterdam. 1924 legte er eine Monographie über Thorn Prikker
vor und ein Jahr später eine weitere Studie über seine Bedeutung
für die neuere Glasmalerei.
1921 wurde ihm vom Auswärtigen Amt die Vorbereitung der
deutschen Abteilung auf der Weltausstellung in Rio de Janeiro
1922 übertragen.
1922 trug Hoff für den Kölnischen Kunstverein wieder eine Ausstellung
neuer kirchlicher Kunst zusammen, die erstmalig die
Probleme des protestantischen wie des katholischen Kirchenbaus
seiner Zeit darstellte. Im gleichen Jahr gehörte er der Dombauhüttenkommission
der Gewerbeschau in München unter Peter
Behrens an.
1923 wurde er zum Leiter der Internationalen Ausstellung für
Glasmalerei und Mosaik in der Orangerie des Potsdamer Schlosses
bestellt.
Anschließend war er als wissenschaftlicher und künstlerischer
Beirat der Vereinigten Werkstätten für Glasmalerei und Mosaik
Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff, in Berlin-Treptow tätig,
wo die Entwürfe von Thorn Prikker ausgeführt wurden und Hoff
unmittelbaren Umgang mit den Arbeiten des Künstlers hatte.
Nach dieser gründlichen Vorbereitung in Ausstellungstechnik und
Kunsthandwerk wurde er am 1. Oktober 1924 zum hauptamtlichen
Leiter des Duisburger Kunstmuseums und Geschäftsführer des dortigen
Museumsvereins gewählt.
Sehr schnell richtete er sein Streben auf den Ankauf von einzelnen
modernen Werken und förderte die Kunst der Gegenwart
durch monatliche Ausstellungen, Vorträge und Führungen.
1925 organisierte er eine Lehmbruck-Ausstellung, die großen
Anklang fand. 1926 gelang es Hoff, das bis dahin wenig bekannte
frühe Werk von Wilhelm Lehmbruck, sowohl Zeichnungen als auch
Malereien, für das Museum zu erwerben. Danach wurden auch
mehrere Bildhauerwerke angeschafft. Somit legte er den
Grundstein für die einzigartige Wilhelm Lehmbruck-Sammlung.
Neben seiner Tätigkeit als Museumsleiter bekleidete Hoff von
Ostern 1929 bis Ostern 1932 die Stelle eines Dozenten an der
Staatlichen Kunstakadamie in Düsseldorf.
Ehrenamtlich richtete er in Hagen das städtische Kunstmuseum
ein und verwaltete es bis 1933.
Trotz seiner Verpflichtungen als Museumsdirektor und Lehrer
entfaltete Hoff eine reiche Vortragstätigkeit im In- und
Ausland und fand auch noch Zeit für Publikationen, so über
"Christliche Mosaikbildkunst" (1925). Vor allem aber muß seine
Monographie über Dominikus Böhm (1930) genannt werden.
Am 1. Oktober 1933 wurde er aus angeblichen Sparmaßnahmen nach
§ 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
aus seinem Duisburger Amt entlassen. Da er nur 9 Jahre in Duisburg
tätig war, bekam er keine Pension.
Für Hoff brach eine schwere Zeit an. Er widmete sich nun vor
allem der gründlichen Ausarbeitung von früher begonnenen
Studien, u.a. seiner Studie über Wilhelm Lehmbruck (Berlin
1936) .
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Seine Vorträge wurden mehr und mehr auf konfessionelle Vereine
beschränkt. Die Reichspressekammer untersagte ihm 1938 das
Schreiben von Kritiken aus politischen Gründen. Seine Tätigkeit
bestand seitdem in der Beratung vor allem kirchlicher Auftraggeber,
in Gutachten und in der Zusammenarbeit mit den führenden
Werkstätten für Glasmalerei und Mosaik von Hein Derix in Kevelaer
und Wilhelm Derix in Kaiserswerth.
Noch im November 1942 wollte ihm die Reichskulturkammer diese
Tätigkeit aus politischen und weltanschaulichen Gründen
untersagen.
Im Zuge der über ganz Deutschland ausgedehnten Aktion der Deutschen
Forschungsgemeinschaft zur Aufnahme der aus Luftschutzgründen
geborgenen Glasmalerein von historischem Wert wurde
Hoff 1942 vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft die
Betreuung des rheinischen Materials übertragen.
Im letzten Kriegsjähr war er vom 7. September 1944 bis zum 28.
Juli 1945 zum Militärdienst verpflichtet und abermals als Sanitätsfeldwebel
eingesetzt.
Der Wiederaufbau des total zerstörten Deutschland brachte Hoff
eine dankbare Aufgabe. Am 1. September 1945 übernahm er die
Leitung der Kölner Werkschulen, und 194 6 wurde ihm außerdem der
Titel eines Professors zuerkannt. In dieser Zeit war nicht nur
das Unterrichtswesen am Boden zerstört, sondern auch die Gebäude
lagen in Schutt und Asche. Für Hoff galt es, ganz von vorne
anzufangen.
Zwölf Jahre, bis zum 30.September 1957, war er Leiter der
Kölner Werkschule, und durch sein organisatorisches Geschick,
die Berufung von bedeutenden Lehrkräften wie Dominikus Böhm,
Ludwig Gies und Elisabeth Treskow sowie durch Ausstellungen und
Publikationen gelang es ihm in wenigen Jahren, ihr weithin
Ansehen zu verschaffen und sie zu einer der führenden Schulen
für angewandte Kunst zu machen.
Bei seiner Verabschiedung 1957 wurde Hoff das große Bundesverdienstkreuz
verliehen. Papst Pius XII. ernannte ihn im Dezember
1957 wegen seiner Verdienste um die Förderung der christlichen
Kunst zum Ritter des Silvesterordens.
1963 wurde er zum ausländischen Mitglied der "Koninklijke
Vlaamse Académie voor Wetenschappen Letteren En Schone Künsten
van Belgie" (Brüssel) gewählt.
August Hoff starb am 16. Februar 1971 in Köln.

Umfang:
12 Kartons
Sperrvermerk:
Gesperrt bis: 2100