Hospelt, Familie (Best. 1175) Laufzeit: 1840-1945 Bestand (43 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

Hospelt, Familien- und Firmenarchiv

Im Jahre 1964 schenkte Adolf von Lauff der Stadt Köln den
Nachlaß seines Vaters, des rheinischen Dichters Joseph
von Lauff (1855-1933). Dieser hatte 1882 die Tochter des
Kölner Fabrikanten und Stadtverordneten Wilhelm Anton
Hospelt (1820-1893) Josephine Hospelt geheiratet. Von daher
befand sich im Nachlaß Lauff auch das im Erbgang (über
Artur Hospelt?) an die Familie gefallene Firmen- und Familienarchiv
Hospelt. Dieses wurde bei der Übernahme des
Nachlasses Lauff (Best. 1170) von diesem abgetrennt und
als eigener Bestand (Best. 1175) aufgestellt. Anläßlich
der Sichtung und Ordnung des Nachlasses Lauff wurde auch
der Nachlaß Hospelt neu geordnet. Dabei wurden einige der
noch im Nachlaß Lauff befindlichen Unterlagen zu den Farbwerken
Hospelt (Originalprotokolle der Gesellschafterversammlungen;
Geschäftsführerkorrespondenz Adolf v. Lauff)
diesem Bestand eingegliedert. Im Nachlaß Lauff verblieben
nur die aufgrund des Lauffschen Anteils als Gesellschafter
der Farbwerke entstandenen Akten.
Die Archivalien des Bestandes Hospelt umfassen vier Archivkartons.
Sie waren grob geordnet, die Firmenakten nach
Sachgruppen, die Familienpapiere nach Personen. Die vorgefundene
Ordnung wurde - auch wenn sie verschiedentlich die
Provenienzen vermischte - beibehalten, Jedoch stärker gegliedert.
Die Einzelstücke Wurden unter sich aus dem jeweils
vorhandenen Material ergebenden Betreffen zusammengefaßt
und kurz charakterisiert.
Der Klärung der Verwandschaftsverhältnisse und der Vererbung
der Gesellschaftsanteile der Farbwerke Hospelt sollen
die dem Findbuch beigegebenen Nachfahrentafeln dienen.
Die wichtigsten Daten zur Geschichte der Farbwerke Hospelt
und die Lebensläufe der mit umfangreicherem Material vertretenen
Personen sind dort dem Verzeichnis der betreffenden
Archivalien vorangestellt.

Am 2. Juli 1844 eröffnete Wilhelm Anton Hospelt im Haus Apostelstr. 9 in Köln eine Kolonial- Material- und Farbenhandlung. Dieser Tag gilt als
Gründungsdatum der Farbwerke W.A. Hospelt.
- 1854 Gründung der Rußfabrik und Kreidemühle in Ehrenfeld.
- 1879/80 Erwerb der in Konkurs gegangenen Aktiengesellschaft für chemische Bleiprodukte und Farben in Ehrenfeld.
- 1893 Umwandlung der Firma in eine GmbH., bei der die Erben des 1893 verstorbenen W.A. Hospelt mit einem bestimmten Anteil am Stammkapital zu Gesellschaftern wurden.
- 1893-19o4 Jean Hospelt alleiniger Geschäftsführer.
- Ende der zwanziger Jahre finanzielle Schwierigkeiten, die zur Herabsetzung des Stammkapitals zwangen (1932 u. 1936).
- Im 2. Weltkrieg fast völlige Zerstörung.
- 1944 Hundertjähriges Jubiläum der Firma.
- 1946-1955 Wiederaufbau unter den Geschäftsführern Adolf v. Lauff, Paul du Mont u. Max Fackeldey.
- 1973 Erlöschen der Firma.

Wilhelm Anton Hospelt (1820-1893); Jean (Johann Hubert) Hospelt (1852-1904), Fabrikant; Emeline Hospelt geb. de Ball (1862-1940), Frauen-, Sozialpolitikerin.

Enthält u.a.:
Wilhelm Anton Hospelt: Heirats-, Geburtsurkunden, Zeugnisse; private Kassenbücher (1881-1893), Ehrenämter und Mitgliedschaften in Vereinen (1851-1880), Einladungen (1861-1884), Briefwechsel u.a. mit Vincenz Statz (1861-1879), mit seiner Ehefrau Elisabeth Breiderhoff (1883-1884); politische Aufrufe (1856, 1963, o. D.).
Jean (Johann Hubert) Hospelt: Urkunden (1881-1904), berufliche Zeugnisse (1873-1904), Mitgliedschaften in Vereinen, Einladungen (1872-1904), Familienfeste; Briefwechsel mit Verwandten und Bekannten (1872-1893); Eheprozeß des Sohnes Wilhelm Anton Hospelt vor der S. R. Rota, Rom (1913).
Emeline Hospelt: persönliche Unterlagen; Tätigkeit in Vereinen: Katholischer Deutscher Frauenbund - Zweigverein Köln (1913-1937), Sozial-Karitative Gemeinschaft St. Georgshaus (1927-1930), Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, Abt. Köln (1913-1940), Kriegshilfen (1915-1917), Mitgliedschaften in Vereinen; Briefwechsel mit den Eltern und Geschwistern (1876-1939), Freunden (1882-1926); Briefe, persönliche Unterlagen der Eltern Felix de Ball und Sophia Hedding wie ihrer Geschwister Felice, Alwin, Lothar und Rudolf; Materialsammlung zur Genealogie; Totenbuch der Familie Hospelt.
Farbwerke W. A. Hospelt: Umwandlung in eine GmbH, später AG (1893-1902), Korrespondenz mit den Gesellschaftern, Gesellschaftervertrag (1899-1944); Protokolle der Generalversammlung (1904-1945), Bilanzen (1893-1943), Monatsberichte (1905-1945), Einstellung eines Geschäftsführers (1921-1946), Geschäftsführerkorrespondenz (1891-1946); Materialsammlung zur Geschichte der Firma.

Als Ergänzung des Bestandes sind die im Nachlaß Lauff
verbliebenen, auf die Farbwerke Hospelt bezüglichen Akten
sowie die aus dem Besitz von Josephine v. Lauff stammenden
Unterlagen und Briefe von Mitgliedern der Familie
Hospelt heranzuziehen.

Umfang:
1,60 m; 43 Akten