Kölner Liedertafel (Best. 1066) Laufzeit: 1839-1859 Bestand (93 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

Einleitung

1) Geschichtlicher Überblick

Am 2. Dezember 1838 wählte eine Vereinigung musikbegeisterter Männer aus ihrer Mitte ein Dreiergremium, Jakob Bel, Josef Du Mont und Peter Josef Mühlens, das zwecks offizieller Gründung der Liedertafel Statutentwürfe ausarbeiten sollte. Diese wurden dann nach Beratung in der Generalversammlung vom 11. Dezember
1838 mit geringfügigen Änderungen angenommen und am 6. Februar 1839 vom Kölner Polizeidirektor genehmigt.

Der Zweck der Gesellschaft war die musikalische Unterhaltung und Übung im mehrstimmigen Männergesang bei einem einfachen Abendessen. Der Liedermeister, zuständig für die Leitung und Auswahl der Gesänge, und die Direktion, die die Gesellschaft in
allen Angelegenheiten vertrat, wurden alljährlich im Dezember gewählt. Zu den Liedertafelversammlungen, die jeweils auf den Abend des ersten Mittwochs im Monat fielen, lud die Direktion mittels Einladungsliste und Zeitungsannonce ein. Ein- bis zweimal
im Jahr fanden sogenannte öffentliche Liedertafeln mit Damen statt, die oft mit Sängerfahrten verbunden waren. Dazu wurden Dampfboote gemietet, mit denen man kleinere Exkursionen zu den
näher gelegenen Rheinstädtchen unternahm.

Zu diesen vereinsinteren Veranstaltungen dürfte man noch die
beträchtliche Anzahl an Sängerfesten hinzurechnen, an denen sich auch vielfach Mitglieder der Kölner Liedertafel beteiligten.
Mitte der fünfziger Jahre zeigten sich erste Auflösungserscheinungen wie schwache Beteiligung an den Liedertafelversammlungen und die zunehmende Zahl der Vereinsaustritte. So kam es im Dezember 1856 erstmals dazu, daß ein Antrag auf Auflösung des Vereins gestellt wurde. Bis zur endgültigen Auflösung durch die
Generalversammlung vom 3o. Dezember 1859 fanden jedoch kaum noch
Veranstaltungen statt. Der Kassenbestand von etwa 9o Talern wurde
dem Rheinischen Konservatorium, die Standarte, Siegel und Literalien der Stadt Köln übergeben. Die Musikalien bzw. Notenbücher und Hefte wurden unter den noch verbliebenen 44 Mitgliedern verlost.

2) Aktenübernahme und Ordnungsverfahren

Der Termin der Abgabe dieses Bestandes konnte nicht mehr genau ermittelt werden. Vermutlich wurden die Akten bei der Auflösung des Vereins zu Beginn des Jahres 1860 dem Archiv
übergeben (siehe Protokollband Nr. 1).
Der Schriftwechsel und die Drucksachen waren zu Beginn der Ordnungsarbeiten chronologisch bei den Rechnungsunterlagen für die einzelnen Haushaltsjahre abgelegt. Sie wurden diesen entnommen, in Archivmappen gelegt und blattweise verzeichnet.
Abschließend wurden die Akten der Systematik des Bestandes angepaßt und im vorliegenden Findbuch durch einen
Index erschlossen.
Der Bestand 1o66 Kölner Liedertafel umfaßt einen Archivkarton.
Das Repertorium wurde von Frau Bender geschrieben.
November 1977

Umfang:
0,3 m; 91 Akten