Königslöw, Otto von (Best. 1556) Laufzeit: 1851-1954 Bestand (0 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

1. Übernahme, Ordnung und Verzeichnung, Benutzung
Der vorliegend verzeichnete Nachlaß wurde dem Historischen Archiv der Stadt Köln im November 1996 von Frau Dr. Dorothee von Königslöw, einer Enkelin Otto Friedrich von Königslöws, überlassen.
Er umfaßt zum überwiegenden Teil Konzertprogramme, meist zu Veranstaltungen im Hamburger Convent Garten, und Zeitungsausschnitte zu Musikern und ihren Auftritten. Weiten Raum nimmt dabei Leben und Werk Johannes Brahms ein.
Daneben ist die Korrespondenz Otto Friedrich von Königslöws und seiner Familie in Bruchstücken überliefert. Ein von dessen Tochter, Marie von Königslöw, geführtes Gästebuch und ein weiteres von Marie Völkers, der Schwägerin Otto von Königslöws, die nur auszugsweise in Kopie und in einer Auswertung durch Roland Häfner vorliegen, befinden sich zusammen mit weiteren Originalschreiben im Besitz der Familie von Königslöw.
Die Benutzung unterliegt keinen Einschränkungen seitens der Nachlaßgeberin.
Köln, im Mai 1998
Bearbeiter: Dr. Verscharen
Roland Häfner, Reminiszenzen-Perspektiven-Reflexionen zum Besucheralbum der Marie von Königslöw und Marie Völkers

2. Biographisches1
Der am 14. November 1824 in Hamburg geborene Otto Friedrich von Königslöw erhielt seine erste musikalische Ausbildung von seinem Vater, anschließend von C. Hafner in Hamburg. Später setzte er seine Studien bei F. Pacius in Helsingfors fort, um schließlich 1844 nach Leipzig zu übersiedeln. Hier intensivierte er seine theoretischen Studien bei Moritz Hauptmann und schloß seine praktische Ausbildung bei Ferdinand David ab. In die beiden Leipziger Jahre fallen auch die Anfänge der Freundschaften zu Felix Mendelssohn-Bartholdi, Robert und Clara Schumann, Niels Gade, Joseph Joachim, Carl Reinecke und Max Bruch.
Seit 1846 führten ihn Konzerte nach Skandinavien, Rußland, die Niederlanden, England und Frankreich. In Paris erlebte er im Jahre 1851 mit Carl Reinecke wohl seinen größten Erfolg. Italien, die Schweiz und Österreich stehen am Ende dieses Lebensabschnittes. Im Frühjahr 1858 holte ihn sein enger Freund Ferdinand Hiller als ersten Konzertmeister und Lehrer für Violin- und Ensemblespiel an das Conservatorium für Musik nach Köln. Als Solist trat er meist in den Gürzenichkonzerten unter der Leitung Hillers auf, bildete zugleich aber mit anderen Lehrern des Konservatoriums ein eigenes Quartett.
1869 gehörte Otto Friedrich von Königslöw zu den Begründern des Tonkünstlervereins. In den Jahren 1872 bis 1875 wirkte er in der Nachfolge Franz Derkums als stellvertretender Dirigent der Musikalischen Gesellschaft. Nach dem Tode Franz Webers übernahm er am 1. Januar 1877 die Stelle des stellvertretenden Direktors am Kölner Konservatorium, die er bis 1884 innehatte. Die Ernennung zum Professor erfolgte 1878.
Aus gesundheitlichen Gründen mußte er 1881 die Stelle des Lehrers für Violinspiel aufgeben, im Herbst 1884 zog er sich ganz aus dem Beruf zurück und siedelte nach Bonn über. Neben privater Unterrichtstätigkeit wirkte er jetzt noch im Bonner Musikleben mit, so 1897 zusammen mit Joseph Joachim beim dortigen Gedächniskonzert für Johannes Brahms. Am 6. Oktober 1898 starb er in Bonn.
Vgl. Andreas von Imhof, Otto Friedrich von Königslöw, in: Rheinische Musiker, 7. Folge, Heft 97, Köln 1972, S. 63-65.

Königslöw, Otto von, 1824-1898, Konzertmeister, Lehrer für Violin- und Ensemblespiel am Konservatorium in Köln; Enthält u.a.: Konzertprogramme zu Konzertveranstaltungen, Abonnementkonzerten, Kammermusikabenden, Konzerten des Caecilienvereins und der Philharmonischen Gesellschaft Hamburg, im Convent-Garten, Hamburg, meist mit Aufführungen von Werken von Johannes Brahms unter Mitwirkung von Brahms, Hans von Bülow, Max Fiedler, Amalie und Joseph Joachim, Julius Stockhausen, Julius Sprengler, Ludwig Wüllner (1876-1898); Programme zu Gürzenich-Konzerten (1887); Zeitungsartikel betr. Johannes Brahms, u.a. Biographisches, Künstlerisches, auch betr. Hans von Bülow, Joseph Joachim; Tod, Begräbnis, Trauerveranstaltung für Brahms, Clara Schumann (1896, 1897); Korrespondenz mit Familienmitgliedern (1859-1911); Besucheralbum der Tochter Marie v. K. (1881-1897, Kopie).

Umfang:
1 1/2 Karton; 0,30 m; 30 Akten