Seidenfaden, Theodor (Best. 1302) Laufzeit: 1900-1979 Bestand (523 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

Seidenfaden, Theodor, 1886-1979, Volksschullehrer, Stadtschulrat in Köln 1934-1948, Schriftsteller; Enthält u.a.: Kriegstagebücher Erster Weltkrieg, Lebenserinnerungen, Korrespondenz mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern, u. a. mit Irmela Alvermann, Susanne Auffarth, Ernst Behrends, Rüdiger Bliß, Irma Brandes, Walter Gerd Bauer, Willi Diernhofer, Elisabeth Emundts-Draeger, Hans Faber-Perathoner, Dietrich Gerlinger, Robert Grabski, Gustav Holm, Laurenz Kiesgen, Dr. Hermann Kuprian, Julius Neels (Brügge), Arthur Ohm, Wilhelm Schäfer, Heinz Steguweit, Marierose Steinbüchel-Fuchs, Fritz Stüber, Dr. Wilhelm Tochtermann, Joseph Hugo Winz, -Joseph Wittig sowie mit Verlagen und Verlegern, literarischen Gesellschaften; Manuskripte zu Versdichtungen, Epen, Novellen, Anekdoten, Märchen, Erzählungen; Konzepte zu Vorträge


I. Übernahme, Ordnung und Verzeichnung, Benutzung
1. Übernahme
Der Nachlaß des Schriftstellers und Kölner Stadtschulrates Theodor Seidenfaden (1886 - 1979) wurde nach seinem Tode von seinem Sohn Hans Seidenfaden als bevollmächtigtem Vertreter der Erben von Theodor Seidenfaden der Stadt Köln geschenkt (Annahme der Schenkung in der Ratssitzung vom 26.8.1980) und der Stadtbücherei übergeben (vgl. Vereinbarung vom 18.6.1980; AZ: 412101-2 Best. 1302).
Am 13. Juli 1983 wurde der Nachlaß zur weiteren Aufbewahrung in das Historische Archiv der Stadt Köln gebracht (acc. 1185/83) und erhielt die Bestands-Nr. 1302. Bei der Übergabe umfaßte der Nachlaß 17 Kartons mit Manuskripten, Korrespondenz und Büchern. Nach Auskunft der Erben ist eine Kiste mit Manuskripten und Korrespondenz im Krieg verloren gegangen. So erklärt sich das Fehlen von Manuskripten und Briefen der Vorkriegszeit. Gemäß der Vereinbarung zwischen Stadtbücherei (Lik-Archiv) und Historischem Archiv über die Aufbewahrung literarischer Nachlässe wurden nach der Sichtung des Nachlasses 3 Kartons mit Büchern an die Stadtbücherei zurückgegeben.
2. Ordnung und Verzeichnung
Die archivische Ordnung und Verzeichnung des Nachlasses wurde im Juli 1983 begonnen und im Dezember 1983 abgeschlossen. Dabei war nicht beabsichtigt, den Nachlaß durch die Verzeichnung voll zu erschließen, sondern er sollte durch die Ordnungsarbeiten benutzbar gemacht werden und mit dem Verzeichnis ein orientierendes Findmittel erhalten. Das erlaubte den Verzicht auf eine zeitraubende Feinordnung und Einzelverzeichnung der Manuskripte sowie die Erfassung aller Korrespondenzpartner.
Für die Ordnung der Manuskripte bot sich eine Gliederung nach Gattungsbegriffen an. Vom Autor selbst geschaffene Einheiten blieben in der vorgefundenen Form erhalten. Mehrfach vorhandene Durchschläge von Manuskripten wurden kassiert.
Auch bei der Korrespondenz blieben die alten Einheiten unverändert bestehen. Die ungeordnete, lose Korrespondenz wurde chronologisch nach Jahren geordnet.
Die notwendigen konservatorischen Maßnahmen (Umbetten der Stehordner und Verpacken in Aktenmappen) wurden im Zuge der Ordnung and Verzeichnung vorgenommen.
Nach Abschluß der Arbeiten umfaßt der Bestand 27 Archivkartons.

3. Benutzung
Für die Benutzung der Nummern 1 - 158 (Manuskripte, Entwürfe, Handexemplare) des Bestandes zu Studienzwecken bestehen keine Beschränkungen, vorbehaltlich jeglicher urheberrechtlichen Nutzung (vgl. Ziffer 2 a der Vereinbarung über die Schenkung des Nachlasses; AZ: 412101-2/Best. 1302).
Bei allen übrigen Stücken des Nachlasses, d. h. Nummer 159 - 222 (Korrespondenz, Persönliches) ist eine Genehmigung einzuholen von:
Herrn
Hans Seidenfaden (Tel. 02324/202242)
Rebhuhnweg 6
4320 Hattingen 15 (Bredenscheid)

Zitierweise: Best. 1302 und laufende Nr. des Findbuches

II. Lebensabriß (mit Auswahl der Werke)
1886 Jan. 14 geb. in Köln als Sohn des Straßenbahnaufsehers Franz Seidenfaden (? 1893) und seiner Frau Sophia, geb. Laven.
1892 - 1900 Besuch der Volksschule in Köln.
1900 - 1903 Besuch der Präparandie in Köln.
1903 - 1906 Besuch des Lehrerseminars in Brühl mit abschließender 1. Lehrerprüfung.
1906 - 1908 Lehrer in Rövenich, Kr. Euskirchen.
1908 - 1912 Lehrer der Volksschule in Köln-Ostheim.
1909 2. Lehrerprüfung und endgültige Anstellung im Volksschuldienst.
1909 - 1910 Musikstudium bei Prof. Franz Bölsche in Köln.
1912 - 1924 Volksschullehrer in Bessenich, Kr. Euskirchen.
1912 Heirat mit der Volksschullehrerin Christine Weber. Sechs Kinder: Sophia (* 1912, ? 1918); Johannes (* 1914); Sibilla (* 1918); Peter (* 1919, gefallen 1944); Maria (* 1921); Theodor (* 1924, gefallen 1943).
1915 - 1918 Teilnahme am 1. Weltkrieg.
1917 Verwundung.
1919 Unsere Sophia. Gedicht.
1921 Referent im Rheinischen Verein für ländliche Wohlfahrt und Heimatpflege.
1921 Die Teufelsschlucht. Rheinische Geschichten.
1922 Im Wunderkahn. Legenden.
1923/1924 Volksspielpreis des Bühnvolksbundes für das "Spiel vom St. Christophorus".
1924 - 1931 Rektor der Volksschule in Königshoven.
1924 Das Haupt des Laurentius. Legendenspiel vom Niederrhein.
1925 ff. Zusammenarbeit mit Anton Heinen u.a. Mitgliedern der Volks-Bildungs-Bewegung (Robert v. Erdberg, August Pieper, Severin Rüttgers). Mitherausgeber der Rheinischen Blätter.
1925 Das Glockenspiel. Rheinische Geschichten.
1925 Das Rheinische Narrenschiff.
1926 ff. Dozent am Institut für Erziehung und Unterricht.
1926 Der Zweikampf zu Worms. Rheinische Geschichten.
1928 Mitglied der Kommission zur Prüfung für die Anstellung der Volksschullehrer im Aufsichtsbezirk Bergheim.
1929 Der heilige Strom. Rheinische Legenden.
1930 Das Heldenbuch. Epen.
1931 Rektor der Volkschule in Köln-Riehl.
1931 Mitglied der NSDAP.
1931 Das deutsche Schicksalsbuch. Epen.
1932 Austritt aus der NSDAP wegen Schwierigkeiten mit der Behörde.
1933 Wiedereintritt in die NSDAP. Übernahme der Leitung der Ortsgruppe Riehl des Kampfbundes für deutsche Kultur.
1933 Sachbearbeiter für das Schrifttum des NSLB.
1933 Das Heiligtum. Weihespiel.
1934 Ortsgruppenschulungsleiter.
1934 Okt. 10 Ernennung zum Stadtschulrat in Köln.
1935 Der goldene Ring. Germanische Sagen.
1938 Der Königssohn unter Wölfen. Märchen.
1939 Verleihung des silbernen Treudienst-Ehrenzeichens für 25jährige Tätigkeit.
1940 Hans Memlings letzter Tag. Rheinische Erzählungen.
1941 Edle und Bauern. Epen.
1941 Die Schule der Frau Holle. Märchen.
1942 Gaugerichtsverfahren wegen Verdacht des Separatismus.
1942 Schelme vom Rhein. Schwänke.
1942 Der Meister von Brügge. Lebens-Roman Hans Memlings.
1943 Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse.
1948 Vorzeitige Pensionierung.
1951 Mitglied des Deutschen Kulturwerks europäischen Geistes e.V., 1953 - 1969 im Präsidium.
1952 Mozart und Beethoven sprechen. Erdachte Gespräche.
1953 Der Püsterich aus dem Goldhutgäßchen. Märchen.
1954 Rundhütchen. Sagen.
1955 Göttliche Erde. Deutsches Licht jenseits der Oder und Neiße. Drei erdachte Gespräche.
1955 Die großen Vier. Märchen.
1956 Der junge Schulmeister und das Mädchen Regine. Novelle.
1957 Goethe. Eine Dichtung der deutschen Seele.
1957 Johann Peter Hebel. Das Leben eines Dichters.
1959 Der Bildhauer Karl Michael Glücker und das Wunder der Musik. Novelle.
1960 Die Sterbenacht des Inquisitors. Versdichtung.
1961 Verleihung des Goldenen Ehrenrings auf Lebenszeit. (Deutsches Kulturwerk)
1961 Die Jungfernbeichte. Anekdoten.
1962 Wunder im Maß. Gedichte.
1963 Das Gesetz der Form. Brief an Wilhelm Schäfer. - Schäfer war Seidenfadens literarisches Vorbild.
1963 Das ewige Korn. Gedichte.
1964 Zwiegespräch mit dem Krist. Sonettenkranz.
1965 Mein Köln. Ein Märchen in Sizilianen.
1966 Erde, große Mutter Erde. Oden.
1966 Terzett. Erzählungen.
1966 Europa. Oden.
1967 Elueisa. Oden.
1968 Meine Ketzer. Oden.
1968 Die andere Welt. Erdachtes Gespräch.
1968 Leuchtturm-Flammen. Gedichte.
1971 Till Eulenspiegel im Ahrtal. Erzählung.
1971 Die Martinsnacht auf dem Obersalzberg. Gespenster-Spiel.
1972 Hrsg.: Der Brückenschlag. Festschrift zum 70. Geburtstag von Walther Ottendorff - Simrock.
1973 Ehrenmitglied der Wilhelm-Kotzde-Gesellschaft.
1973 Von den Schätzen der Werte. Gespräch.
1974 Der Aufstieg auf den Heiligen Berg. Versgeschichten.
1977 Das Unvergängliche. Sonettenkranz.
1979 Die künftige Welt. Eine Dichtung schwerster Stunde.
1979 Aug. 6 gest. in Hattingen.


Bibliographie und Literatur
Der Karlsruherbote, hrsg. v. Kurt Rüdiger Nr. 66 Dez. 1979
Kürschners Deutscher Literaturkalender 1978 (vgl. Nr. 155 des Verzeichnisses)

III. Abkürzungen
Durchschr.= Durchschrift
eigenh. = eigenhändig
Erstschr. = Erstschrift
hs. = handschriftlich
Korr. = Korrekturen
masch. = maschinenschriftlich
Reinschr. = Reinschrift
überarb. = überarbeitet
Verf. = Verfasser
Widm. = Widmung

Köln, Dezember 1983
gez. Wegener


Umfang:
27 Kartons