Schneider, Albert (Best. 1298) Laufzeit: ca. 1950-1980 Bestand (0 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

Albert Schneider geb. 28. Juni 1905 in Köln, gest. 27. Juni 1985 in Köln, Musikpädagoge, Mundartdichter und Komponist

Albert Schneider wurde in Köln als Sohn des Kaufmanns Robert Schneider geboren. Er besuchte die Mittlere Knabenschule Dagobertstraße und danach das Konservatorium (1845 gegründet als Rheinische Musikschule, 1858 umbenannt in Conservatiorium der Musik in Coeln), wo er die pädagogischen Examina für Klavier und Gesang ablegte. Danach arbeitete er als Musiklehrer, selbständiger Künstler bei Film und Rundfunk, begann zu komponieren und leitete als Kapellmeister Opern des "Bühnen-Volksbundes".
Nach eigener Aussage trat er im März 1933 in die NSDAP ein. Während des "Dritten Reiches" war er freier Mitarbeiter und Musikreferent der Zeitung "Kölner Lokal-Anzeiger", die später "Der neue Tag" hieß; nachdem dieses Organ verboten worden war, arbeitete er bei der "Kölnischen Volkszeitung", die 1941 eingestellt wurde.

Schneider war infolge einer Polio-Erkrankung gehbehindert und wurde im Krieg nicht eingezogen. Er arbeitete als Privat-Musiklehrer und wurde während des Krieges in das Lehrerkollegium der Staatlichen Hochschule für Musik/Städtische Rheinische Musikschule berufen (so die Doppelfunktion des Konservatoriums nach der Reform 1925). In der Nachkriegszeit reichte er ein Gesuch um Wiederaufnahme ein und wirkte dort bis zu seiner Pensionierung 1970 als Musiklehrer.

Schneider komponierte zahlreiche Musikstücke, vor allem für Geigen- und Klavierschüler, und bearbeitete Themen klassischer Komponisten sowie Volkslieder und -tänze zu Unterrichtszwecken. Vor allem schrieb er Stücke und Gedichte, überwiegend in kölscher Mundart, und vertonte mehrere hundert eigene und fremde Liedtexte. Die Seite der "Akademie för uns kölsche Sproch" enthält die Texte von 168 Liedern, die Schneider vertont und teilweise auch gedichtet hat: http://www.koelsch-akademie.de/. 1965 gründete er an der Rheinischen Musikschule den "Kölschen Singkreis" (heute: Kölsche Singkreis Gerold Kürten), für den er zahlreiche Stücke und Chorlieder schrieb und den er bis kurz vor seinem Tod leitete.

Albert Schneider war zweimal verheiratet und kinderlos. Er starb einen Tag vor seinem 80. Geburtstag in Köln.

1983 gab Prof. Schneider erstmals einige Notenmanuskripte - zunächst in Kopie - an das Historische Archiv ab. Die Originale sollten später abgegeben werden. Dazu gehörten vor allem Vertonungen von Kirchenliedern und Chorgesänge in hochdeutscher Sprache und kölscher Mundart. 2002 wurden einige weitere Noten sowie Tonbänder und Tonkassetten übernommen. Dieser Teil des Nachlasses war nicht verzeichnet und ist vom Einsturz des Historischen Archivs 2009 betroffen. Herr Peter Heinrichs - der Nachlassverwalter von Albert Schneider - übergab dem Historischen Archiv 2009 den restlichen Nachlass. Dieser wurde geordnet und verzeichnet. Der Nachlass ist für allgemeine wissenschaftliche und publizistische Benutzung nur nach schriftlicher Genehmigung durch Herrn Peter Heinrichs zugänglich, der auch die Rechte wahrnimmt.

Quellen: Nachruf im Druck "Kanon för Schull und Hus" (Nr. A 5); eigenhändiger Lebenslauf aus der Nachkriegszeit mit Gesuch um Wiederaufnahme in den Lehrkörper der Rheinischen Musikschule Köln (Nr. A 52)

Umfang:
2 m
Sperrvermerk:
Gesperrt bis: 2050