Armenverwaltung (Best. 7150) Bestand (0 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

Vorwort

Nach den Eingemeindungen 1975 gaben zahlreiche städtische Ämter ältere Pläne in kleinen und großen Lieferungen - stets ohne Abgabeliste - an das Archiv ab. Sie wurden in Mappen gelegt, von einem Magaziner beschriftet und in die wenigen freien, überall im Magazin verteilten Planschubladen eingelagert. Mehr konnte aus personellen Gründen nicht geleistet werden.
Unter diesen aus den städtischen Ämtern kommenden Karten fanden sich 50 Blätter aus der Zeit von 1813-1909, die anhand der auffälligen, aufgeklebten Signaturen als zusammengehörige Pläne erkennbar waren. Die Titel zahlreicher Karten enthalten Vermerke wie ...Grundstücke ... der Armenverwaltung zu Cöln gehörend ... Einige sind zudem auf der Rückseite mit Bemerkungen wie Armen-stiftungsvermögen bzw. an die Kölner Hospitäler gehörend sowie mit dem Na-men des Kölner Hospitals bzw. Konvents versehen. Die Karten sind mit großer Wahrscheinlichkeit vom Liegenschaftsamt abgegeben worden.
Es handelt sich mit wenigen Ausnahmen um farbige Handzeichnungen in den Mäßstäben 1:1250, 1:2000 bzw. 1:2500. Oftmals sind sie in Ruthen angegeben, die nur vereinzelt präzisiert sind (rheinländische oder auch preußische Ruthen).
Die Titelaufnahmen enthalten lediglich Hinweise auf abweichende bzw. fehlende Maßstäbe. Die Titel lehnen sich eng an die Aufschriften auf den Karten an, aller-dings sind Angaben wie ?aus dem Besitz der Armenverwaltung zu Cöln oder ähnliche Notizen fortgelassen. Wörtliche Zitate sind kursiv gesetzt.
Die Pläne zeigen Höfe und Dörfer, vorwiegend jedoch Ländereien, gelegentlich mit dem Vermerk verkauft, die oftmals über verschiedene Gemeinden verstreut sind. Die Karten beinhalten vielfach Vermessungsregister mit den Namen der Pächter.
Der auf den Karten eingezeichnete Grundbesitz der Armenverwaltung findet sich vorwiegend in Dörfern zwischen Köln, Bonn und Euskirchen. Die entfernteste Ortschaft ist Kleinenbroich zwischen Mönchengladbach und Neuß. Die Orts-namen wurden anhand von Wilhelm Fabritius, Erläuterungen zum Geschicht-lichen Atlas der Rheinprovinz, Die Karte von 1789 (Publikationen der Gesell-schaft für Rheinische Geschichtskunde, XII, 2), Bonn 1898, überprüft. Einige Namen müßten anhand der Akten genauer identifiziert werden, da die Schreib-weise stark variiert. Die Namen der Bürgermeistereien sind nur dann angegeben, wenn sie auf der Karte vermerkt sind. Die Zugehörigkeit zu größeren Verwal-tungseinheiten hat sich im Laufe der Zeit allzu oft geändert. Einige Dörfer sind in Orts- bzw. Wohnplatzverzeichnissen nach 1945 nicht mehr aufgeführt. Die linksrheinische Landschaft hat sich in den beiden letzten Jahrhunderten stark gewandelt, nicht zuletzt auch durch den Braunkohletagebau, der inzwischen bis Otzenrath (nicht weit von Mönchengladbach) vorgedrungen ist.
Auf den Karten sind, wie erwähnt, Signaturen aufgeklebt, die in das vorliegende Verzeichnis aufgenommen wurden. Die vereinzelten roten Zahlen auf den Plänen sind dagegen nicht festgehalten.

Zahlreiche Karten sind stark zerstört. Nur wenige konnten bislang restauriert oder gesichert werden. Pflegliche Behandlung hatten die ausgemusterten Archivalien


zu keiner Zeit zu erwarten. Auf Plan 50 beklagt sich bereits ein Registrator: ... Diese Karte ist heute mit einem 54 cm langen Riß ... zum Archiv zurückgekommen (1898 März 9). Der Zustand der Karte hat sich nach mehr als hundert Jahren weiterhin verschlechtert.

Die Bestände 7101-7103 enthalten ebenfalls Karten der Provenienz Armen-verwaltung. Sie sind in den Bandrepertorien unter den einzelnen Ortsnamen ver-zeichnet. Einige stammen aus dem 18. Jahrhundert bzw. dem Anfang des 19. Jahr-hunderts. Die unter den Signaturen Best. 7102, Plan 1596-1609, 1879 und 1880 aufgelisteten Hofkarten stammen aus dem 20. Jahrhundert (um 1935?), der Plan Best. 7102 P 1365 aus dem Jahre 1951. Sie sind im Anhang (S. 9-11) aufgeführt. Allerdings erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Repertorium ist vielfach die Provenienz nicht angegeben und auch auf vielen Karten fehlt jeglicher Hinweis.

Akten über das Vermögen der Armenverwaltung, das zum Teil bis heute im Besitz der Stadt Köln ist, findet sich in zahlreichen Beständen bzw. Akzessionen, wie Bestand 650: Armenverwaltung, Best. 350: Französische Verwaltung, Best. 400, Abtlg. 22 (Stiftungen), Abtlg. 26 (Liegenschaften) sowie Acc. 1731 (Liegenschaftsamt).


Die Titel enthalten folgende Angaben:
Nummer
Beschreibung des Plans
Verfasser (Geometer)
Maßstab (in Ausnahmefällen)
Datum
Altsignatur sowie gelegentlich ergänzende Angaben


Die Karten sind zu zitieren: Best. 7150, Nr.








Die Titelaufnahmen basieren auf der Arbeit von Katerina Löbner, die auch die Korrekturen las.


Köln, im Dezember 2005