Teuwen, Wilhelm (Best. 1426) Laufzeit: 1945-1967 Bestand (156 Verzeichnungseinheiten, 0 Einträge)

Teuwen, Wilhelm, 1908-1967, Glasmaler, Leiter der Klasse für Kirchen- und Glasmalerei an den Kölner Werkschulen; Enthält u.a.: Unterlagen zum beruflichen Werdegang (1945-1966); Schriftwechsel mit den Kölner Werkschulen (1955-1966); Schriftwechsel mit meist kirchlichen Auftraggebern (1962-1967); Kataloge zu Ausstellungen (1945-1961), Studienfahrten nach Rom und Vinci (1960-1966); Artikel über Teuwen in Zeitschriften (1946-1947); Fotografien von Schülerarbeiten; Zeichnungen, Entwürfe für Glasfenster in Kirchen, Profanbauten und Privathäusern, u.a. in Anrath, Bürvenich, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Köln (Dom, Franziskanerkirche St. Marien, St. Gereon, Gürzenich, St. Paul), Krefeld, Leverkusen, Lübeck, Mönchengladbach, Uedem; Entwürfe von figürlichen Motiven und Ornamenten


Übernahme, Verzeichnung, Benutzung
Die vorliegenden Unterlagen des Glasmalers Wilhelm Teuwen (1908-1967) wurden am 18.10.1990 von Frau Elisabeth Teuwen übernommen und unter Nr. 192 8/90
accessioniert.
Der Nachlaß erhielt die Bestandsnummer 1426.
Die Entwürfe und Kartonzeichnungen, die teils in Rollen, teils in Mappen mit Übernahmelisten, das heißt Fachverzeichnissen, ins Archiv kamen, wurden von Herrn Dr. Kleinertz anhand der von Frau Teuwen erstellten Listen durch Titelverzeichnung erschlossen.
Damit die Entwürfe und Kartons möglichst wenig im Original benutzt werden, erstellten Herr Dawidjan
(kleinformatige Zeichnungen) und Herr Schwüle (den größten Teil der Zeichnungen) Negative (6x6 cm) und Abzüge (18x24 cm). Von den Abzügen wurden Kopien angefertigt und dem Findbuch beigeheftet.
Herr Schwüle stellte auch die genaue Abmessung der einzelnen Pläne fest, während Frau Andrea Rickers im Rahmen eines Praktikums die Pläne und die Negative/Abzüge kollationierte.
Im November 1994 übernahm die Unterzeichnete die Verzeichnung des Schriftgutes, die Signierung der in
Mappen liegenden Zeichnungen sowie die Beschreibung des Lebenslaufes von Teuwen und die abschließende Gliederung des Bestandes.
Für die Benutzung des Nachlasses durch Dritte für Arbeiten im Historischen Archiv ist in jedem Einzelfall die Genehmigung der Leihgeberin einzuholen.Ebenso bedürfen fotografische Aufnahmen durch Dritte
der Genehmigung durch:
Frau Elisabeth Teuwen
Jakob-Krebs-Str. 127
47877 Willich

Köln, im Dezember 1994

II. Lebenslauf Wilhelm Teuwens
Wilhelm Teuwen wurde am 16.8.1908 als zweites Kind der Eheleute Peter Teuwen und Rosalie Teuwen geb. Janssen in Anrath geboren.
Nach dem Besuch der dortigen katholischen Volksschule
besuchte er ein Jahr lang die gewerbliche Berufsschule
in Krefeld und trat dann als Lehrling in das väterliche
Maler- und Anstreichergeschäft ein. Er arbeitete
6 Jahre während der Sommermonate als Handwerker, in
den Wintermonaten absolvierte er die Handwerker-,
Kunst- und Gewerbeschule Krefeld.
192 9 begann er sein Studium an der staatlichen
Kunstakademie in Düsseldorf und wurde Meisterschüler
von Prof. Heinrich Campendonk. In seiner Klasse
versuchte er sich in allen Techniken der Malerei, mit
besonderer Hinneigung zum Holzschnitt und zur Glasmalerei.
Ein erstes größeres Fenster entstand und
wurde ausgeführt infolge eines für ihn erfolgreich
verlaufenen Wettbewerbs für die Kriegerehrung in
Jedem. Nach dem Ausscheiden Campendonks aus dem
Lehrkörper der Akademie 1933 studierte er noch eine
kurze Zeit bei Prof. Nauen und verließ 1934 die
Akademie als Meisterschüler von Prof. Campendonk und
Prof. Nauen.
In den Jahren bis zum 2. Weltkrieg lebte er in freier
künstlerischer Tätigkeit und beschäftigte sich mit
Öl-, Hinterglasmalerei und Holzschnitt.
Für private und kirchliche Auftraggeber entstanden
Wand- und Glasmalereien, Steinmosaiken, Text11entwürfe
für Möbelstoff und Paramente, die in der Krefeider
Textilindustrie ausgeführt wurden. Die Erneuerung
kirchlicher Innenräume wurde mehrfach von ihm
künstlerisch geleitet.
Am 2.6.1936 heiratete er Else Röttges aus Krefeld und
siedelte nach dort über. Aus der Ehe gingen 4 Kinder
hervor.
Am 17.6.1940 wurde Teuwen als Soldat zur Wehrmacht
eingezogen. Als solcher war er in der
Tschechoslowakei, in Frankreich, Rußland und Italien.
Nach der Kapitulation der Italienarmee geriet er in
amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 2 9.7.1945
entlassen wurde.
Am 1.10.1946 folgte er einer Berufung an die Kölner
Werkschulen. Dort übernahm er die Leitung der Klasse
für Glasmalerei, der bis zu seinem Tod Johann Thorn-
Prikker vorgestanden hatte. Von 1947 bis 1960 nahm er
an nationalen und internationalen Ausstellungen
kirchlicher Kunst teil.
1957 vertraute er dem Clemens-Sels-Museum in Neuss die
Durchführung der einzigen, zusammenfassenden
Ausstellung seines Werkes nach dem Kriege an.
Am 18.5.1961 wurde er für seine künstlerischen und
pädagogischen Verdienste vom Kultusminister des Landes
Nordrhein-Westfalen durch die Verleihung des
Professorentitels ausgezeichnet.
Wilhelm Teuwen starb am 21. August 1967 in Anrath.

Umfang:
1 Karton, 100 Rollen Zeichnungen