Haupturkundenarchiv (HUA) (Best. 1) Laufzeit: 922-1799 Bestand (18350 Verzeichnungseinheiten, 140 Einträge)

Die Reihe der städtischen Urkunden steht am Anfang der Geschichte des Stadtarchivs, und sie bildet die Basis des Bestands 1 (Haupturkundenarchiv). Im 19. Jahrhundert wurde der alte echte Provenienzbestand reichsstädtischer Urkunden mit fremden Provenienzen mit Stücken nicht-kölnischer Provenienz und auch nicht-kölnischer Pertinenz angereichert. Bis 1927 sind Erwerbungen eingereiht worden. 1962 sind im Zuge des Archivalientausches mit dem damaligenStaatsarchiv Düsseldorf 270 Urkunden aus dem Bestand abgegeben worden, darunter die Steinfelder Urkunden.
Der Bestandsname ?Haupturkundenarchiv, der sich als Abkürzung fest eingebürgert hat, erklärt sich als Kontamination aus Hauptarchiv und Urkundenarchiv. Als Hauptarchiv wurde im frühen 19. Jahrhundert, möglicherweise aber schon zuvor, der ältesten Bestandteil des Stadtarchiv bezeichnet. Die 1883 in den Mitteilungen aus dem Stadtarchiv 3 begonnene Verzeichnung des Bestands trug zwar den Namen Urkundenarchiv, jedoch die Beständeübersichten von 1894 und 1905 bringen den Namen ?sog. Haupturkundenarchiv, der dann ohne distanzierendes Beiwort 1928 (Mitteilungen aus dem Stadtarchiv 39 S. 4) als selbstverständlicher Bestandsname begegnet.
Der Bestand enthält in chronologischer Folge und ohne Rücksicht auf Provenienzen alle möglichen Arten von Einzelurkunden (Konzepte, Ausfertigungen, Abschriften usf.), die sich auf Köln im weitesten Sinn - Stadt, Stift, Kurfürstentum - beziehen. Mitunter sind Konzepte oder ältere Abschriften der Ausfertigung unter ein und derselben Nr. beigegeben.
Zwischen rund 1350-1450 machen Quittungen für städtische Zahlungen fast die Hälfte der Urkunden aus. Sie sind das quantitativ ins Auge fallende Beispiel für alle die Dokumente, die im Spätmittelalter in Urkundenform geschrieben wurden, später nur noch in den Akten begegnen. Wie die Rentquittungen ab 1452/98 ihrer Fülle wegen als eigener Bestand geführt werden (Best. 76), so sind ab 1600 alle Rentbriefe ausgeschlossen worden. Ebenfalls sind keine Papsturkunden nach diesem Jahr in den Bestand übernommen. Beide Gruppen finden sich in Best. 3 (HUANA).
Das Findmittel weist kaum Angaben zur Formalbeschreibung auf, sondern lediglich Hinweise auf den Beschreibstoff und den Zustand der Siegel zum Zeitpunkt der Erschließung.
Abkürzungsverzeichnis:
a auf / aus
a d aus dem
Anfg Anfang
B Bischof; Bulle
EB Erzbischof
Gedr Gedruckt
Gr Gf Graf
gt genannt
Jhdt Jahrhundert
KB Kölner Bürger
m mit
M. Z. Mit Zeugen
Or Original
Pgm Pergament
Pap Papier
R Ritter
S Siegel
UB Urkundenbuch
wohlerhalt verletzt abgef wohlerhaltenem/verletztem/abgefallenem

Mit Kurztiteln zitierte Literaturangaben:
AHVN: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein
Thomas Bohn/Andrea Rapp, Nachträge zum Corpus der altdeutschen Originalurkunden. Mit Editionen und Untersuchungen. In: Beiträge zum Sprachkontakt und zu den Urkundensprachen zwischen Maas und Rhein, hg. von Kurt Gärtner und Günter Holtus (Trierer Historische Forschungen 29), Trier 1995, S. 215-283
Corpus der altdeutschen Originalurkunden bis zum Jahr 1300 1-6, hg. Von Friedrich Wilhelm Lahr u. a., Schauenburg und Berlin 1929-2004
Johann Heinrich Hennes, Codex diplomaticus Sanctae Mariae Theutonicorum. Urkundenbuch zur Geschichte des Deutschen Ordens, Mainz 1845
Leonard Ennen, Quellen zur Geschichte der Stadt Köln 1-6, Köln 1860 - 1879(Nachdruck Aalen 1970)
Anton Fahne, Urkundenbuch der Freien Reichsstadt Dortmund, Köln 1855
Peter Joerres, Urkundenbuch des Stiftes St. Gereon zu Köln, Bonn 1893
Ingrid Joester, Urkundenbuch der Abtei Steinfeld, Köln 1976 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 60)
Hansisches Urkundenbuch 1ff., hg. von Konstantin Höhlbaum u.a., 1876ff.
Kaiserurkunden in Abbildungen 1ff., hg. von Theodor Sickel und Heinrich von Sybel, Berlin 1891ff.
Theodor Joseph Lacomblet, Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Cöln, der Fürstenthümer Jülich und Berg, Geldern, Meurs, Kleve und Mark, und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden, Düseldorf 1840-1858
Cartularium Val Dieu: Joseph Ruwet, Cartulaire de lAbbaye cistercienne du Val-Dieu, Brüssel 1955
REK: Regesten der Erzbischöfe von Köln
Rheinisches Urkundenbuch. Ältere Urkunden bis 1100 1-2, hg. von Erich Wisplinghoff u.a. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 57), Düsseldorf 1972 und 1994
Heinrich Volbert Sauerland, Urkunden und Regesten zur Geschichte der Rheinlande aus dem Vatikanischen Archiv 1-7 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 23), Bonn 1902-1913
F. Ketner, Oorkondenboek voor het Sticht Utrecht tot 1301, sGravenhage 1959
Westfälisches Urkundenbuch, hg. von Eduard Aander-Heyden u.a. 1ff, Münster 1859ff. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission Westfalens)
Heinrich von Loesch, Die Kölner Zunfturkunden nebst anderen Gewerbeurkunden bis zum Jahre 1500 1-2 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 22), Bonn 1907


Umfang:
21792 Urkunden
Abg-Stelle:
Verschiedene Provenienzen

Nicht zugeordnete nutzergenerierte Einträge (71)

Hierbei handelt es sich um von Nutzern hochgeladene Einträge, die diesem Bestand, aber keiner konkreten Verzeichnungseinheit zugeordnet wurden.