Hohes weltliches Gericht (HWG) (Best. 115) Laufzeit: 1458-1797 Bestand (340 Verzeichnungseinheiten, 12499 Einträge)

Hohes weltliches Gericht ist der neuzeitliche Name für das Schöffengericht in Köln, das ursprünglich einmal ein Gericht des Kölngaus war, dann allein für die Stadt zuständig wurde, hier die kommunale Verselbständigung entscheidend förderte, schließlich aber doch dem Erzbischof als Gerichtsherrn auf Dauer unterstellt blieb und damit zum landesherrlichen Pfahl im Fleisch der freien Reichsstadt wurde. Denn keines der städtischen Gerichte konnte den Blutbann erlangen, den allein das Gericht des einstigen Stadtherrn ausübte. Die Schöffen mußten einerseits Kölner Bürger sein, andererseits wurden sie auf den Erzbischof vereidigt.
Bei der Aufhebung von Kurstaat und Reichsstadt und gleichzeitiger Trennung von Justiz und Verwaltung gelangten die Unterlagen des Hohen weltlichen Gerichts an die staatlichen Gerichte und weiterhin (vermutlich 1879) an das Staatsarchiv Düsseldorf. Dort wurde aus den spärlichen Resten der Best. gebildet, der zunächst nur Amtsbücher und Akten (A-H) umfasste. Erst 1949 sind die sog. Vollmachtsurkunden dem Bestand zugefügt worden. In dieser Form ist der Bestand 1962 nach Köln überführt worden.
Jedoch ist diese Zuweisung wie überhaupt die Verzeichnung der Urkunden in der vorliegenden Form nicht ganz glücklich gewesen, weil sie den ursprünglichen Zusammenhang mit den Schreinsurkunden zerrissen hat. Anscheinend hat man einst in Düsseldorf im Zuge einer besseren Urkundenverwahrung und -verzeichnung aus der großen Masse der Schreinssachen die Urkunden auf Pergament herausgezogen, sie provenienzgerecht geordnet und den Bestand 102 (Schreinsurkunden) gebildet. Die übrig gebliebenen Papierurkunden sind dann erst später verzeichnet worden nach anderen Gesichtspunkten, die die Provenienzen außer Acht ließen und letztlich zur globalen Zuweisung zum Bestand Hohes weltliches Gericht führten. Daran ist allein richtig, dass der Schöffenschrein - als einziger der 20 Schreine - den Schöffen des Hohen weltlichen Gerichts unterstand; ob aber Gericht und Schrein tatsächlich ein gemeinsamer Registraturbildner gewesen sind, entzieht sich z.Zt. unserer Kenntnis.

Umfang:
5,70 m und 134 Urkunden

Nicht zugeordnete nutzergenerierte Einträge (102)

Hierbei handelt es sich um von Nutzern hochgeladene Einträge, die diesem Bestand, aber keiner konkreten Verzeichnungseinheit zugeordnet wurden.