Kriminalakten (Krim.) (Best. 125) Laufzeit: 1417 - 1796 Bestand (247 Verzeichnungseinheiten, 38 Einträge)

Für den Bestand gilt zunächst dieselbe Vorgeschichte wie für die Zivilprozesse (Bestand 120). Die Aufteilung der ursprünglich gemeinsamen Überlieferung ist erstmalig 1893 erwähnt. Zuerst sind dann aber die Zivilprozesse gebildet und im Anschluß die viel weniger umfangreichen Kriminalakten zusammengestellt worden. Um 1920 dürfte die Ordnung von A 1-77 fertig gestellt worden sein. Die genaue Einzelverzeichnung von A 1-48 hat Wilhelm Beemelmans 1941 vollendet. 1988 sind die Nachträge A 78ff. hinzugefügt worden.
Als beispielhaft für die Geschichte des Bestandes und seiner Ordnung sei hier das Schicksal des Prozesses gegen Hieronymus Michiels (+1586) referiert (vgl. Ruetz, der die Kriminalakten noch vor ihrer Formierung benutzt hat). Die Unterlagen beruhten 1828/29 laut AR 30 S. 80 bei den Akten betr. Verhältnis zu Kurköln, durchaus sinnvoll, da der Prozess wenn nicht nur, so doch auch ein politischer Prozess gegen den Kurfürsten war. Von den 6 zeitgenössisch gezählten Faszikeln der Verhöre und Gegenüberstellungen liegen Faszikel 1, 2, 4 und 5 in Kriminalakten A 61 vor. Faszikel 3 ist bei den Ordnungsarbeiten nicht als zugehörig erkannt worden und deshalb in der ersten Serie der Kriminalakten als Bl. 291-310 der A 13 zu finden. Das 6. Faszikel ist als S. 177-204 im 3. Band der Alfterschen Sammlung (Bestand 1001) eingebunden, war also schon lange dem städtischen Archiv entfremdet. Kriminalakten A 57 enthält sonstige Akten, die im Umfeld des eigentlichen Verfahrens anwuchsen. Als Anlagen zum Prozess können betrachtet werden Kriminalakten 57A, Bericht des Cornelius Le Brun, und A 59, Korrespondenz des Michiels; eine weitere Anlage, die Abschrift des Rechnungsbuches des Michiels, ist in Unkenntnis des Zusammenhangs einem anderen Bestand zugewiesen worden und deshalb heute im Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland deponiert. Kriminalakten A 60 gehört auch noch zum Verfahren und enthält eine Abschrift des Verhörs, das nach Vorgaben der jülich-bergischen Regierung erfolgte. Schließlich sind unter den Nachträgen auch noch 4 Blatt zum Prozeß Michiels gefunden worden (A 114).

Der Bestand ist faktisch dreigeteilt. A 1-48 enthalten einzelne Schriftstücke und Faszikel zu Rechtsfällen, die nach heutiger Terminologie als Kriminalfälle bezeichnet werden. Es handelt sich überwiegend um Verhörprotokolle der Beschuldigten und Zeugen und um Eingaben an den Rat - sie sind in chronologischer Folge geordnet. Nach dem gleichen Prinzip sind die A 49-77 geordnet, wo aber jede Einheit einen Fall allein enthält. A 78ff. sind wiederum mehrheitlich einzelne Blätter und Bogen.


Umfang:
6,30 m
Abg-Stelle:
Gewaltrichter; Turmmeister; Gerichtswesen in Köln

Nicht zugeordnete nutzergenerierte Einträge (38)

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