2.1.3 Hansebestände Tektonik (815 Verzeichnungseinheiten, 5456 Einträge)

Aus konservatorischen Gründen und wegen der nach unterschiedlichen Grundsätzen zu verschiedenen Zeiten durchgeführten Ordnungsarbeiten ist der Bestand Hanse heute in 5 Teilbestände aufgeteilt:
· Bestand 80 (Hanse Urkunden) beinhaltet die chronologisch gereihten Urkunden in laufender Numerierung. Bis 1500 sind fast alle Urkunden in den hansischen Editionen veröffentlicht.
· Bestand 81 (Hanse I) enthält Kopiare und Urkundenabschriften.
· Bestand 82 (Hanse II) fasst die Überlieferung der Rezesse, Instruktionen und Berichte zusammen in Form von Sammelhandschriften oder in Einzelaufzeichnungen, wobei eine chronologische Reihung nach den Daten der Rezesse einzuhalten versucht worden ist.
· Bestand 83 (Hanse III) enthält alle losen Schreiben, Aktenhefte, auch einige Abrechnungen, und die Aktenbände des Schoßprozesses 1469/70. Die Serien A und E sind zuständig für das Schriftgut der Jahre 1531-1591, die Serie K für alles andere. Jede Serie ist ab Nr. 1 durchgezählt.
· Bestand 84 (Hanse IV) besteht überwiegend aus Amtsbüchern und fest gebundenen Aktensammlungen.
· Zum Bestand gehört ein Holzkästchen aus der Einrichtung des Kontorarchivs Brügge.

Seit dem Februar 1594 befindet sich das Archiv des hansischen Kontors zu Antwerpen mitsamt den dort verwahrten Teilen des Londoner Kontorarchives im Gewahrsam der Stadt Köln gemäß Auftrag des Hansetages des Jahres 1591. Die heute vorhandene Vermischung dieser fremden Provenienz mit stadtkölnischem, die Hanse betreffendem Schriftgut scheint bald danach eingetreten zu sein. Eine weitere eigene Provenienz ist prinzipiell der Nachlass des 1591 verstorbenen Syndicus Sudermann, der heute in Best. 84 verstreut ist.
Nachdem Konstantin Höhlbaum 1880 wegen seiner Kennerschaft der hansischen Geschichte zum ersten historisch vorgebildeten Archivar der Stadt Köln berufen worden war, eröffnete er die von ihm begründeten "Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln" 1882 nach einer programmatischen Einleitung mit einem Verzeichnis der hansischen Urkunden (Mitt. 1 S. 17-34). Aber so, wie die Fortsetzung des Verzeichnisses unterblieb, ist es auch nie zu der damals angekündigten Scheidung nach Provenienzen gekommen; vielmehr wurde die ebenda vorgestellte Aufteilung in vier (zweifelhafte) Sachgruppen ohne Rücksicht auf die Provenienzen begonnen. Sie hatte auch zur Folge, dass viele Sammelbände zerteilt, ja geradezu atomisiert wurden.
Als 1896 das "Kölner Inventar" erschien, führte es Signaturen für Hanse II und IV an, aber keine für die Urkunden. Für die Hauptmasse seiner Quellen, die "Briefe", sind wohl damals die zeitlich parallel laufenden Serien A und E gebildet worden (weshalb zwei, ist unbekannt). So ist die vielleicht damals gegebene Chance, alle Hanseatica provenienz- und sachgerecht zu ordnen, heute verloren.