Das Kölner Stadtwappen

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Das Kölner Stadtwappen

Beitragvon Schwintzer » Di 10. Mär 2015, 14:31

Welche Bedeutung hat das Kölner Stadtwappen und seit wann lässt es sich nachweisen?

Wappen sind im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa entstanden. Sie dienten ursprünglich als Eigentums-, Kenn- und Sichtzeichen des durch die Rüstung unkenntlich gewordenen Ritters und wurden auf den mittelalterlichen Abwehrwaffen, insbesondere dem Schild angebracht. Städte benutzten sie seit dem Spätmittelalter schließlich auch als Hoheits- und Repräsentationssymbole.

Diese Funktion scheint schon die älteste Darstellung des Kölner Stadtwappens auf einem Domfenster (um 1305) zu besitzen. Es zeigte im roten Schildhaupt nebeneinander drei goldene Kronen; das silberne Feld darunter war leer. Die drei Kronen sollten an die heiligen Dreikönige erinnern, deren Gebeine im Jahre 1164 von Mailand nach Köln überführt worden waren. In einer spätmittelalterlichen Chronik, der Agrippina des Heinrich van Beek, taucht erstmals eine neue Ausführung des Stadtwappens auf. Der kölnische Schild erscheint dort auf der Brust eines Doppeladlers. Dieses Symbol des Deutschen Reiches erhielt in jener Zeit einen besonderen Sinn, weil Kaiser Friedrich III., der selbst auf der Rückseite seines Majestätssiegels den Doppeladler führte, Köln mit einer am 19. September 1475 ausgestellten Urkunde als freie Reichsstadt anerkannt hatte. Einige Jahrzehnte später hatte man die große weiße Fläche des unteren Schildteiles mit Hermelinschwänzchen ausgefüllt. Hermelin, ein vornehmes weißes Pelzwerk, kommt in der Wappenkunst häufiger vor. Die schwarzen Schwänzchen wurden dabei meist stilisiert dargestellt; ihre Zahl war anfangs noch willkürlich. Erst seit dem berühmten Köln-Buch des Ägidius Gelenius vom Jahre 1645 verengte sich die Zahl der Hermelinschwänzchen auf elf und zwar in der Anordnung 5:4:2. Gedeutet wurden sie als Flammen, Funken oder Blutstropfen. Schon zu dieser Zeit wurden sie mit den 11.000 Jungfrauen, die im Gefolge der in Köln besonders verehrten Heiligen Ursula den Märtyrertod gestorben waren, in Verbindung gebracht.

Nach der Besetzung der Rheinlande durch die französischen Revolutionsheere im Jahre 1794 und der 1797 folgenden Eingliederung in die Französische Republik wurden alle alten Wappen als Relikte der Feudalzeit abgeschafft. Im Jahre 1811 verlieh der Französische Kaiser Napoleon I. der Stadt ein neues Wappen, das im Haupt des roten Wappenschildes drei goldene Bienen über drei gestürzten silbernen Spitzen zeigte.

Als Köln nach dem Abzug der Franzosen preußisch geworden war, genehmigte König Friedrich Wilhelm III. den linksrheinischen Städten durch Kabinettsorder vom 22. Dezember 1817, „ihre alten Stadtwappen wieder anzunehmen"; auch sollten „die vormaligen unmittelbaren Reichsstädte den Reichsadler als ein Andenken an ihre ehemalige Verfassung behalten". Köln machte von dieser Möglichkeit Gebrauch. Die heute gültige Ausführung des Stadtwappens (als Brustschild des Schwert und Zepter führenden Doppeladlers) wurde 1897 zum Hauptwappen erhoben, neben dem der einfache kölnische Schild als Nebenwappen Verwendung finden sollte. Mit der Beibehaltung des Doppeladlers erinnert Köln an seine große reichsstädtische Geschichte.
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