Die Kölner Rheinbrücken

Hier werden alle Themen rund um Köln behandelt.
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Die Kölner Rheinbrücken

Beitragvon Schwintzer » Di 10. Mär 2015, 14:48

Welche Brücken führten und führen bei Köln über den Rhein?

Vermutlich im Zusammenhang mit der Errichtung des Kastells Deutz um 310 n.Chr. verbanden die Römer Köln mit dem rechten Rheinufer durch eine erste feste Brücke. Ihre Holzkonstruktion mit einer 10-12 m breiten Fahrbahn ruhte auf etwa 19 steinernen Strompfeilern. Mit dem Abzug der römischen Besatzung zerfiel sie und war bereits im 5. Jh. für Fuhrwerke nicht mehr nutzbar. Fußgänger konnten sich nur auf provisorischen Holzstegen zum anderen Ufer begeben. Erzbischof Bruno (953-965) ließ schließlich die Pfeiler des inzwischen gänzlich baufällig gewordenen Bauwerks abtragen. Für nahezu neun Jahrhunderte blieb das rechte Rheinufer allein durch Wasserfahrzeuge erreichbar.

Eine Verbesserung stellte sich im Jahre 1674 ein, als eine an Seilen gezogenen Fähre (fliegende Brücke, Gierponte) von Bonn nach Deutz verlegt wurde. An die Stelle der von den Deutzer Fährherren betriebenen Gierponte trat am 16. November 1822 eine von etwa 40 Nachen getragene 400 m lange hölzerne Schiffsbrücke. Sie bildete wieder eine feste Verbindung zwischen Köln und Deutz in Höhe des Holzmarktes und der Deutzer Freiheit. Hochwasser, Treibeis und die Notwendigkeit, die Brücke dreimal täglich für den Schiffsverkehr zu öffnen, beeinträchtigten jedoch weiterhin einen reibungslosen Verkehr.

Mit dem Beginn der Bauarbeiten an der Deutzer Hängebrücke im Jahre 1913 wurde die Schiffsbrücke abgebrochen und nach Linz am Rhein verlegt. Erst mit einer am 15. Juli 1915 für den Fuhrwerks- und Autoverkehr freigegebenen Hängebrücke, die 1935 in Hindenburgbrücke umbenannt wurde, trat eine feste Straßenverbindung mit Deutz an die Stelle der Schiffsbrücke. Ihre aus 8263 t Stahl als versteifte Kettenhängebrücke ausgelegten Überbauten überspannten auf drei Strompfeilern in Ufernähe je 92m und in der Strommitte 184m. Mehrfach von Bomben getroffen, stürzte sie am 28. Februar 1945 aufgrund hoher Belastung durch Flüchtlinge und Militärfahrzeuge bei Reparaturarbeiten ein.

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Literaturnachweis: H. Signon, Brücken in Köln am Rhein, Köln1966. Bauten in Köln 1928-1988, Köln 1991.
Zuletzt geändert von Schwintzer am Di 10. Mär 2015, 15:08, insgesamt 3-mal geändert.
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Die Mülheimer Brücken

Beitragvon Schwintzer » Di 10. Mär 2015, 15:06

Das im Raum Mülheim begüterte Kloster Altenberg hatte sich bereits 1268 von Graf Adolf V. von Berg Fährrechte in Mülheim bestätigen lassen und erst im Jahre 1700 an Kurfürst Johann Wilhelm II. von Berg abgetreten. Dieser ließ im selben Jahr eine sogenannte fliegende Brücke (Gierponte) errichten und für eine jährliche Pacht von 400 Reichstalern betreiben.

Nach Aufgabe der fliegenden Brücke im Jahre 1844 blieb die Fährverbindung bis 1872 allein durch Nachen aufrecht erhalten. Zur Sicherstellung der Verkehrsinteressen Mülheims nahm die Stadt die Rheinfähre 1868 selbst in Pacht und ersetzte sie 1872 durch eine bis zum 19. September 1887 betriebene Drahtseilfähre (Trajekt). Inzwischen hatte die Stadt 1885 die Mainzer Schiffbrücke erworben, die nach umfangreichen Stromausbaumaßnahmen am 29. Mai 1888 ihren Betrieb aufnehmen konnte. Bis zum Jahre 1912 betrieb die Stadt die Schiffbrücke in eigener Verwaltung, bis 1929 wurde sie an Unternehmer verpachtet.

Pläne zum Bau einer festen Rheinbrücke bei Mülheim lassen sich bis zum Jahre 1881 zurückverfolgen, befanden sich seit 1906 in einer intensiven Diskussion und hatten bis 1910 konkrete Form angenommen. Im Eingemeindungsvertrag von 1914 musste sich die Stadt Köln bereits verpflichten, die nächste, nördlich der Hohenzollernbrücke zu erbauende feste Brücke in der Nähe der Mülheimer Schiffbrücke zu errichten. Nach den kriegsbedingten Verzögerungen wurde der Plan schließlich mit dem Bau einer versteiften Kabelhängebrücke in den Jahren 1927-1929 verwirklicht. Die Übergabe erfolgte am 13. Oktober 1929. Nach ihrer Zerstörung am 14. Oktober 1944 entstand von 1949-1951 an gleicher Stelle die heutige echte Kabelhängebrücke.
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Eisenbahnbrücken

Beitragvon Schwintzer » Di 10. Mär 2015, 15:15

Die erste Eisenbahnbrücke, die Dombrücke, wurde am 3. Oktober 1859 eingeweiht. Bauherrin dieser wegen ihrer engmaschigen Eisengitterkonstruktion Mausefalle genannten Brücke war die Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft. Die Reiterstandbilder von Friedrich Wilhelm IV. (von G. Bläser 1861-63) auf Deutzer Seite und von Wilhelm I., dem späteren deutschen Kaiser, (1867 von Fr. Drake) auf Kölner Seite wurden am 21. März 1867 vor den Mittelpfeilern der beiden Brückenportale enthüllt. Schon in den Jahren 1908-10 erfolgte der schrittweise Abbruch der Dombrücke, an deren Stelle die Hohenzollernbrücke als kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke trat.

Mit der Enthüllung der Reiterstandbilder von Friedrich III. und Wilhelm II. (beide 1910 von L. Tuaillon) vor den neuromanischen Turmportalen (von Friedrich Schwechten) auf der Kölner Seite wurde die Hohenzollernbrücke am 23. März 1911 eröffnet. Die beiden Reiterstandbilder der abgebrochenen Dombrücke (Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I.) wurden vor den Turmportalen auf der Deutzer Seite aufgestellt. Eigentümerin der Eisenbahnbrücke war die Reichsbahn, der Stadt Köln gehörte die Straßenbrücke.

Am 6. März 1945 wurde sie wenige Stunden vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen von deutschen Pionieren gesprengt. Gegen ihren Wiederaufbau an gleicher Stelle und für die Verlegung des Hauptbahnhofs sprach sich die Mehrheit des Kölner Stadtrates am 15. März 1946 aus. Gleichzeitig verkaufte die Stadt Köln den einzigen nicht zerstörten Bogen des Straßenbrückenteils an die Stadt Duisburg, wo er seitdem im Hafen die Ruhr überspannt.

Der Wiederaufbau vollzog sich 1948-49 in einem ersten Bauabschnitt, bei dem alte Seitenteile der Eisenbahnbrücke auf Pfahljochen geführt und ein SKR-Mittelstück (Schaper-Krupp-Reichsbahn)- Kriegsbrückengerät eingebaut wurde. Die Reparaturarbeiten setzten sich in den Jahren 1951-53 mit dem Absetzen der rechts- (1951) und linksrheinischen (1952) Seitenbögen auf Pfeiler, der Demontage des SKR-Mittelstücks (Januar 1952), dem Abriss des alten Brückensteges (Oktober 1952), der Montage des Mittelbogenstücks (November 1952) und der Ankragung des Brückensteges (März 1953) fort. Der Fußgängersteg wurde am 11. April 1953 freigegeben.

Eine zweite - Südbrücke genannte - Eisenbahnbrücke, die den Rhein zwischen Oberländer Ufer und Poller Deichweg überquerte, wurde am 5. April 1910 dem Verkehr übergeben. Ein Luftangriff zerstörte sie am 6. Januar 1945.
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Autobahnbrücken

Beitragvon Schwintzer » Di 10. Mär 2015, 15:17

Auf dem Gebiet der damals noch selbständigen Gemeinde Rodenkirchen errichtete die Reichsautobahnverwaltung in den Jahren 1938-41 eine als echte Kabelhängebrücke ausgelegte Autobahnbrücke. Ein Luftangriff zerstörte sie am 14. Januar 1945.
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Die Notbrücken der Nachkriegszeit

Beitragvon Schwintzer » Di 10. Mär 2015, 15:33

Während der Besetzung Kölns durch amerikanische Truppen vom 6. März bis zum 20. Juni 1945 wurden zwei Notbrücken errichtet. Eine dritte Notbrücke war während der britischen Besetzung Kölns in Betrieb.

Die erste Notbrücke war eine Pontonbrücke, die am 21. April 1945 in Höhe der Schönhauser Allee von amerikanischen Pionieren ausschließlich zu militärischen Zwecken erbaut und bereits einen Monat später, Ende Mai 1945, nach Fertigstellung der zweiten Behelfsbrücke wieder abgebaut wurde.

Die zweite Behelfsbrücke, eine Pfahljochbrücke aus Holz, wurde oberhalb der am 28. Februar 1945 zusammengestürzten Hindenburgbrücke errichtet. Ein Datum für den Baubeginn ist nicht zu belegen. Bekannt ist jedoch, dass die an der Planung und dem Bau der Brücke beteiligten Engineer Construction Groups sich seit dem 19. April 1945 in Köln aufhielten und von der Amerikanischen Militärregierung (AMG) eine nicht bekannte Anzahl deutscher Arbeitskräfte für den Brückenbau und damit verbundene Arbeiten anforderten. Die Planung der Brücke lag in den Händen der 1067th Engineer Construction Group der US Army, gebaut wurde die Brücke unter Leitung der 1057th Port Construction Group und weiterer sieben Armee-Einheiten. In der Brückenkonstruktion waren auch eine Wasserleitung und Stromkabel zur Versorgung der Kölner Altstadt mit Wasser und Strom aus den rechtsrheinischen Vororten vorgesehen.
Die Lt.Gen. Lesley McNair Bridge, von den Kölnern Holzbrücke, Amerikaner-Brücke oder Tausendfüßler genannt, wurde am 27. Mai 1945 eingeweiht und blieb bis September 1946 in Betrieb.

Die dritte Notbrücke wurde während der britischen Besatzungszeit in der Zeit vom 1. Oktober 1945 bis zum 12. Juni 1946 in Höhe der Bastei von der 14. Army Group der Royal Engineers zusammen mit dem Tiefbauamt der Stadt Köln aus britischen Bailey-Brückenteilen und deutschem SKR (Schaper-Krupp-Reichsbahn)-Kriegsbrückengerät gebaut und nach dem am 19. Dezember 1945 verstorbenen amerikanischen General George Smith Patton benannt. Die Pattonbrücke hatte zwei Fahrbahnen, zwei Fußgängerwege und einen Radweg. Über sie führte eine Buslinie, für Straßenbahnen war sie nicht stabil genug. Im September 1951 wurde sie abgebrochen, da zu diesem Zeitpunkt bereits vier der zerstörten Rheinbrücken (Mülheimer Brücke, Hohenzollernbrücke, Deutzer Brücke, Südbrücke) wieder aufgebaut waren.
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Die Kölner Rheinbrücken heute

Beitragvon Schwintzer » Di 10. Mär 2015, 15:46

Heute überspannen auf Kölner Stadtgebiet acht Brücken den Rhein:

    Autobahnbrücke Rodenkirchen
  • erbaut 1938-41 als echte Kabelbrücke, Inbetriebnahme am 21. Oktober 1941, zerstört am 14. Januar 1945 (s.o.), wiederaufgebaut 1952-54, Wiederinbetriebnahme am 9. Dezember 1954, 1990-94 sechsspuriger Ausbau, Länge 567 m, Nutzbreite 25,12 m, nach dem Umbau 44,84 m

    Südbrücke (Eisenbahnbrücke mit Übergang für Fußgänger und Radfahrer)
  • erbaut 1908-10 als dreiteilige Zweigelenk-Bogenbrücke, Inbetriebnahme am 5. April 1910, zerstört am 6. Januar 1945 (s.o.), wiederaufgebaut 1945/46-50, provisorische Wiederinbetriebnahme am 3. Mai 1946, endgültig am 2. September 1950, Länge der Strombrücke 368 m, Breite 8,95 m

    Severinsbrücke (Straßenbrücke mit je zwei Richtungsfahrbahnen und mit gesondertem Bahnkörper)
  • erbaut 1956-59 als seilverspannte Balkenbrücke, Inbetriebnahme am 6. November 1959, 1979-81 Anlage eines gesonderten Bahnkörpers, Länge der Strombrücke 691 m, Nutzbreite 29,05 m

    Deutzer Brücke (Straßenbrücke mit je zwei Richtungsfahrbahnen, Rad- und Fußwegen und mit gesondertem Bahnkörper
  • erbaut 1913-15 als versteifte Kettenhängebrücke, Inbetriebnahme am 15. Juli 1915, nach Luftangriffen am 28. Februar 1945 zusammengebrochen (s.o.), 1947-48 Neubau als Hohlkasten-Balkenkonstruktion, Inbetriebnahme am 16. Oktober 1948, 1976-79 Verbreiterung zur Anlage eines gesonderten Bahnkörpers, Länge 437,31 m, Nutzbreite 22,60 m

    Hohenzollernbrücke (Eisenbahnbrücke mit Übergang für Fußgänger und Radfahrer)
  • erbaut 1855-59 als Gitterkastenbrücke (s.o.), Neubau 1907-11 als Zweigelenk-Fachwerk-Bogenbrücke für den kombinierten Eisenbahn- und Straßenverkehr, Inbetriebnahme am 7. März 1909, 20. September 1910, 23. März 1911, zerstört am 6. März 1945 (s.o.), wiederaufgebaut 1946-48 und 1957-59, Wiederinbetriebnahme am 9. Mai 1948, 1985-91 sechsgleisiger Ausbau und Erweiterung um einen Radweg, Länge 409,19 m, 24,85 m

    Zoobrücke (Straßenbrücke mit je drei Richtungsfahrbahnen, Rad- und Fußwegen)
  • erbaut 1962-66 als durchlaufende zweiteilige Kastenträgerbrücke, Inbetriebnahme am 22. November 1966, Länge der Strombrücke 596,70 m, Nutzbreite 33 m

    Mülheimer Brücke (Straßenbrücke mit je zwei Richtungsfahrbahnen, Rad- und Fußwegen und mit gesondertem Bahnkörper
  • erbaut 1927-29 als versteifte Kabelhängebrücke, Inbetriebnahme am 13. Oktober 1929, zerstört am 14. Oktober 1944 (s.o.), 1949-51 Neubau als echte Kabelhängebrücke, Inbetriebnahme am 9. September 1951, 1974-77 Anlage eines gesonderten Bahnkörpers, Länge 708 m, Nutzbreite 27,20 m

    Autobahnbrücke Köln-Merkenich-Leverkusen (mit Fuß- und Radwegen)
  • erbaut 1961-65 als seilverspannte Balkenbrücke, Inbetriebnahme am 5. Juli 1965, Länge der Strombrücke 686,35 m, Nutzbreite 37,10m
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