Schreinsbezirke

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Schreinsbezirke

Beitragvon Plassmann » Fr 5. Feb 2016, 07:58

Zur Benutzung der Schreinskarten und Schreinsbücher (Best. 100 und 101) ist es wichtig, die Lage eines gesuchten Grundstücks in einem bestimmten Schreinsbezirk lokalisieren zu können.

Die angehängte Datei enthält eine Übersicht.

Der Plan der Schreinsbezirke von HERMANN KEUSSEN wurde in einen modernen Stadtplan übertragen. Das Ziel ist die vereinfachte Suche nach einem Schreinsbuch, wenn ein bestimmter Ort der heutigen Stadtgeografie Ausgangspunkt ist.
KEUSSEN benutzte für den Plan der Schreinsbezirke den Reinhard’schen Stadtplan von 1752. Dieser ist die Basis für alle bisher existierenden Pläne der Schreinsbezirke. Man darf dabei nicht vergessen, dass der Reinhard’sche Stadtplan kein mittelalterlicher Plan Kölns ist, sondern das Stadtbild wenige Jahrzehnte vor der Franzosenzeit darstellt.
KEUSSENS Plan der Schreinsbezirke ist nicht immer eindeutig. Die äußeren Grenzen der Schreinsbezirke waren relativ klar definiert und konnten deswegen ohne größere Schwierigkeiten in einen Plan übertragen werden. Die Abgrenzung der Unterbezirke war hingegen teilweise schon für KEUSSEN problematisch, da sie sich anfangs noch änderten (besonders in den Parochien der Rheinvorstadt) oder nicht eindeutig von einander abgegrenzt waren (vor allem im Kirchspiel St. Laurenz). Dazu kommt ein bisher nicht aufgefallener Druckfehler auf der Karte KEUSSENS. Im Kirchspiel St. Kolumba wurde der Unterbezirk, der die nördliche Seite der Schildergasse umfasst, fälschlich als „Clippeorum“ bezeichnet. „Clippeorum“ ist jedoch der Name des Unterbezirks im Kirchspiel St. Peter, der aus dem südlichen Teil der Schildergasse bestand. Der auf der Karte fälschlich als „Clippeorum“ bezeichnete Teil von St. Kolumba ist eigentlich ein Teil des Unterbezirks „Clericorum“. Das ist allerdings nur ein Druckfehler der Karte, der in der Untersuchung und im Text KEUSSENS nicht vorkommt.
Erstellung der Pläne:
Die Erstellung der Schreinsbezirkspläne war mit einigen Schwierigkeiten behaftet. Die Straßenverläufe der Stadt haben sich im 19. Jahrhundert und noch einmal ganz besonders nach dem Zweiten Weltkrieg erheblich verändert, auch wenn die Namen der Straßen gleich geblieben sind. Im Kirchspiel St. Martin sind zum Beispiel die Unterbezirke Vogelonis und Cunradi heute vollständig durch die Auffahrt zur Deutzer Brücke und ein Hotel überbaut. Da sich die Grenzen der Unterbezirke aber an den Straßen orientierten, ist eine exakte Übertragung der Bezirksgrenzen in den heutigen Stadtplan nicht überall möglich.
Die Grenzen der Schreinsbezirke sind rot dargestellt. Sollten erhebliche Unsicherheiten in Bezug auf die Festlegung der Bezirksgrenzen vorlegen haben, weil die moderne Topografie zu stark von den historischen Begebenheiten abweicht, wurde die Bezirksgrenze violett dargestellt. Angrenzende Schreinsbezirke wurden zur Orientierung auch in roter Schrift angegeben. Die Unterbezirke innerhalb der Schreinsbezirke wurden mit gelben Linien markiert, bei größerer Ungewissheit in orange. Die römischen Nummern vor den Namen der Schreinsbezirke entsprechen der Nummerierung durch KEUSSEN, so dass sein Plan zum Suchen der Schreinsbezirke benutzt werden kann. Die arabischen Zahlen vor den Unterbezirken sind nur für diese Pläne vergeben worden. Dabei ist auch die Reihenfolge der Zahlen willkürlich.
Die Unterschiede in den Farben der Pläne rühren nur von der Maßstabsgröße her. Kleinere Schreinsbezirke konnten im größeren Maßstab mit der Darstellung einzelner Gebäude in schwarz-weiß verwendet werden. Für Größere Schreinsbezirke musste der kleinere Maßstab genommen werden, ohne die Darstellung einzelner Gebäude und in Farbe.
Hinweise zur Benutzung der Pläne:
Die Übertragungen der Schreinsbezirke in die Stadtpläne der Stadt der Gegenwart sind unter Vorbehalt zu benutzen, wegen der oben angesprochenen Unterschiede der städtischen Topografie.
Um ein bestimmtes Haus in den Schreinsbüchern zu finden, muss man mit Hilfe der Karten herausfinden in welchem Unterbezirk das Haus liegt. Ist der Schreinsbezirk, in dem man suchen müsste, nicht bekannt, so kann man zuerst in KEUSSENS Plan danach suchen. Danach kann man hier erstellten Plänen nach den heutigen Straßennamen und -verläufen den Unterbezirk herausfinden und weiß damit in welchem Schreinsbuch man weitersuchen müsste. Anbei ist ein Verzeichnis der Schreinsbücher nach Unterbezirken sortiert, das bei der Suche helfen kann.
Es wurden nicht alle Häuser, sondern nur ca. 60% in den Schreinen verzeichnet. Viele Schreine haben Häuser verzeichnet, die nicht in den Schreinsbezirken zu finden sind (z. B. der Schöffenschrein).
Dateianhänge
Schreinsbezirke1.pdf
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Publikation zu den Schreinsbezirke

Beitragvon Schwintzer » Fr 23. Jun 2017, 09:25

Mit den Schreinsbezirken beschäftigt sich auch der 102. Mitteilungsband des Historischen Archivs, der dieses Jahr erschienen ist. Herr Opitz fasst darin die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit mit dem Schwerpunkt Kodikologie und Nutzungspraxis der Schreinsbücher zusammen. Ergänzt wird die Untersuchung durch vier Aufsätze von Kolleginnen und Kollegen des Archivs.
Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis erhalten Sie über folgenden Link: http://d-nb.info/113026680X/04

Der Mitteilungsband ist einsehbar in unseren Lesesälen am Heumarkt und im Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum in Köln-Porz/Lind. Bitte vereinbaren Sie dafür einen Termin unter der Rufnummer 0221 / 221-23669.

Selbstverständlich können Sie das Buch für den Preis von 20,00€ ebenso käuflich erwerben:
:arrow: direkt bei den Mitarbeitenden der Lesesaalaufsicht
:arrow: mit einer Bestellung auf Rechnung via Mail an 44-Bibliothek@STADT-KOELN.DE
:arrow: oder über den Buchhändler Ihres Vertrauens

Die Schreinsbücher - Spiegel der Kölner Vormoderne
Herausgegeben von Bettina Schmidt-Czaia. Mit Beiträgen von Rainer Opitz, Janusch Carl, Christine Feld, Tanja Kayser, Max Plassmann
ISBN-13: 978-3-9289-0731-6
Stadt Köln, Historisches Archiv, 2017
(Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Band 102)
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