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Geschichte des Archivs

BeitragVerfasst: Do 12. Mär 2015, 15:18
von JCarl
Das Historische Archiv der Stadt Köln ist eines der größten Stadtarchive nördlich der Alpen. Es verwahrt Originaldokumente aus über tausend Jahren Kölner und rheinischer Geschichte. Darunter befinden sich Urkunden und Testamente, Ratsprotokolle und Stadtrechnungen sowie die Akten der Stadtverwaltung der alten Reichsstadt Köln (bis 1794/97), das Verwaltungsschriftgut aus der Zeit der französischen Herrschaft (bis 1814), aus preußischer Zeit (bis 1945), aus der Nachkriegszeit und der Zeit der Bundesrepublik, aber auch schriftliche Nachlässe und Unterlagen bedeutender Persönlichkeiten und Institutionen des Kölner Raumes. Die schriftliche Überlieferung wird ergänzt durch Pläne, Fotos, Plakate, Zeitungen, Sammlungen zur Zeitgeschichte, Filme und Tonbänder. Aneinandergereiht füllten diese Informationsträger mehr als 30 Regalkilometer.

Die Anfänge des Archivs reichen in das frühe 12. Jahrhundert zurück. Anfänglich noch in einem Patrizierhaus aufbewahrt, wurde das Archivgut ab 1407, bedingt durch den Anstieg des Schriftverkehrs, im neuen Rathausturm gelagert. Das Ende der reichsstädtischen Zeit durch die französische Besatzung (1794-1814) und die Vereinigung mit Frankreich brachten tiefgreifende Veränderungen durch die Systematisierung und Neuordnung der Verwaltung, sodass mit Leonard Ennen 1857 der erste hauptamtliche Archivar für das Historische Archiv eingestellt wurde. Mit der neuen Satzung von 1881 wurde das Archiv der wissenschaftlichen Forschung geöffnet und 1897 in einen repräsentativen neugotischen Bau bei St. Gereon übergesiedelt.

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Den Zweiten Weltkrieg überstanden die ausgelagerten Archivbestände ohne Verluste. Dagegen wurden die damals noch in den städtischen Dienstgebäuden lagernden Akten, die die Zeit von etwa 1927 bis 1945 umfassten, während des Krieges weitgehend vernichtet. Für das seit 1945 sprunghaft angewachsene Verwaltungsschriftgut bot der moderne, ab 1971 genutzte Neubau an der Severinstraße ausreichend Platz. Er wurde aufgrund seiner Konstruktionsprinzipien als „Kölner Modell“ zum Vorbild für viele Archivbauten in aller Welt.

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Der Einsturz des Archivs am 3. März 2009 im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Bau forderte zwei Menschenleben in benachbarten Häusern und zerstörte oder beschädigte große Teile der Archivbestände.

Seither wird intensiv am Wiederaufbau gearbeitet. Es wurden etliche neue Mitarbeiter, besonders im Bereich der Restaurierung eingestellt. In Köln-Porz wurde das Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum eingerichtet, um die nötigen Prozesse zu beschleunigen. Zugleich wurde und wird ein Neubau geplant, der nach derzeitigem Stand 2020 am Eifelwall eröffnet werden soll.

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BeitragVerfasst: Fr 18. Mai 2018, 08:37
von Schwintzer
Geborgenes Archivgut bedeutet nicht automatisch gerettetes Archivgut, denn das, was aus dem Einsturzbereich geholt wurde, weist unterschiedlich starke Schäden auf: Bei 35 Prozent des Materials sind es schwerste Schäden, 50 Prozent weisen schwere und mittlere, 15 Prozent leichte Schäden auf.